whatshotTopStory

Eilentscheidung: Impfstoff Moderna in der EU zugelassen

Nur wenige Stunden nach der Empfehlung der EMA hat sich die EU entschieden. Damit ist nun ein zweiter Impfstoff auf dem Markt.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

Artikel teilen per:

06.01.2021

Brüssel. Die Europäische Kommission hat am heutigen Mittwoch dem von Moderna entwickelten COVID-19-Impfstoff eine europaweite, bedingte Zulassung erteilt. Damit ist er der zweite in der EU zugelassene Impfstoff gegen COVID-19. Die Zulassung erfolgte wenige Stunden nach der positiven wissenschaftlichen Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und der anschließenden Billigung durch die Mitgliedstaaten. Die Empfehlung der EMA stützt sich auf eine gründliche Bewertung der Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität des Impfstoffs. Das teilt die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland in einer Pressemitteilung mit.



Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Wir stellen den Menschen in Europa noch mehr COVID-19-Impfstoffe zur Verfügung. Mit dem Moderna-Impfstoff, dem zweiten nun in der EU zugelassenen Impfstoff, bekommen wir weitere 160 Millionen Dosen. Und weitere Impfstoffe werden folgen. Europa hat sich bis zu zwei Milliarden Dosen potenzieller COVID-19-Impfstoffe gesichert. Wir werden mehr als genügend sichere und wirksame Impfstoffe haben, um alle Menschen in Europa zu schützen.“


Am 30. November 2020 beantragte Moderna die Marktzulassung bei der EMA, die bereits im November mit einer fortlaufenden Überprüfung der Daten begonnen hatte. Dank dieser fortlaufenden Überprüfung konnte die EMA die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs bewerten, sobald die Daten vorlagen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat die Daten gründlich geprüft und einvernehmlich empfohlen, eine förmliche bedingte Zulassung zu erteilen. Eine bedingte Zulassung ist einer der Regulierungsmechanismen der EU, mit dem ein rascher Zugang zu Arzneimitteln erleichtert wird, die eine medizinische Versorgungslücke schließen, auch in Notsituationen wie der derzeitigen Pandemie.

Auf Grundlage der befürwortenden Stellungnahme der EMA hat die Kommission vor Erteilung der bedingten Zulassung alle dieser Zulassung zugrunde liegenden Elemente überprüft und die Mitgliedstaaten konsultiert.

So arbeitet der Moderna-Impfstoff


Der Moderna-Impfstoff basiert auf der Boten-RNA (Messenger-RNA – mRNA). Die mRNA hat eine wichtige biologische Aufgabe, weil sie die Anweisungen der DNA an die proteinherstellenden Zellkomponenten überträgt. Bei einem mRNA-Impfstoff werden durch diese Anweisungen unschädliche Fragmente des Virus hergestellt, die der menschliche Körper dann verwendet, um eine Immunreaktion zur Prävention oder Bekämpfung von Krankheiten zu entwickeln. Wenn eine Person geimpft wird, lesen ihre Zellen die genetischen Anweisungen und produzieren ein „Spike-Protein“, das auf der Virushülle vorkommt und dem Virus dazu dient, in die Körperzellen einzudringen und die Krankheit auszulösen. Das Immunsystem der betreffenden Person behandelt dieses Protein als Eindringling und erzeugt natürliche Abwehrkräfte – Antikörper und T-Zellen – zu dessen Bekämpfung.

Die Kommission hat mit Moderna am 25. November einen Vertrag über die Lieferung von insgesamt 160 Millionen Dosen zwischen dem ersten und dem dritten Quartal 2021 unterzeichnet. Nach Auskunft des Braunschweiger Landtagsabgeordneten Dr. Christos Pantazis bekommt Niedersachsen davon 15 Millionen. Sie kommen zu den 300 Millionen Dosen des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer hinzu, der am 21. Dezember 2020 in der EU als erster zugelassen wurde.

Was ist eine bedingte Zulassung?


Eine bedingte Zulassung ist die Zulassung eines Arzneimittels, für das noch nicht alle für eine normale Zulassung erforderlichen Daten vorliegen. Eine solche bedingte Zulassung kann dann erwogen werden, wenn der Nutzen der sofortigen Verfügbarkeit des Arzneimittels die Risiken im Zusammenhang mit der unvollständigen Datenlage deutlich überwiegt. Die Unternehmen müssen allerdings nach der Erteilung einer bedingten Zulassung innerhalb bestimmter Fristen weitere Daten vorlegen, zum Beispiel aus laufenden oder neuen Studien, um zu belegen, dass der Nutzen die Risiken nach wie vor überwiegt.


zur Startseite