Braunschweig. Wir sind es so gewohnt: Im medizinischen Notfall kommt meist schnelle Hilfe. Doch was tun, wenn im Kriegs- oder Katastrophenfall Menschen auf sich allein gestellt sind? Antworten gibt der Kurs „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten (EHSH) - Medizinische Erstversorgung im Zivilschutz und Katastrophenfall“ den die Malteser Braunschweig am Mittwoch, 18. März 2026, zum ersten Mal öffentlich angeboten haben. Darüber berichten die Malteser in einer Pressemitteilung.
Man mag es sich nicht vorstellen, aber es ist durchaus möglich: Im Katastrophenfall könnten Verletzte ohne professionelle medizinische Versorgung bleiben und im Kriegsfall die gesellschaftliche Infrastruktur zusammenbrechen. „Dann wird man vieles improvisieren müssen“, meint Marion van der Pütten, Leiterin Ausbildung der Malteser in Braunschweig. Doch auch darauf kann man sich vorbereiten, um im Notfall kompetent helfen zu können.
Offener Kurs für alle
Genau das ist der Sinn der EHSH-Kurse, die das „Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)“ konzipiert hat und über verschiedene Hilfsorganisationen der Bevölkerung anbietet. Nachdem die Braunschweiger Malteser in den vergangenen Monaten EHSH-Inhalte in Kindergärten, Seniorenvereinen und anderen Orten unterrichtet hatten, boten sie nun erstmals einen offenen Kurs für alle an.
Den wollten sich acht Frauen und Männer aus Braunschweig und Umgebung nicht entgehen lassen. Bei van der Pütten lernten sie in Kurzform die wichtigsten Techniken der Ersten Hilfe: Druckverbände anlegen, stabile Seitenlage, Tragehilfen oder das Schienen gebrochener Extremitäten. Unterschied zu „normalen“ Erste-Hilfe-Kursen: Die vier Frauen und vier Männer sollten dabei vorwiegend Material nutzen, das gerade zur Verfügung stand: ein Küchenhandtuch für den Druckverband, ein Brillenetui als Druckauflage, Äste und Holzlatten zum Schienen.
"In Würde sterben lassen"
Und auch das war neu: „Wir üben hier bewusst nicht die Herz-Lungen-Wiederbelebung“, so Ausbilderin van der Pütten auf Nachfrage, „denn wenn im Kriegs- und Katastrophenfall professionelle Hilfe ausbleibt, hält man das nicht lange durch. Dann muss man Verletzte oder Verwundete eben auch in Würde sterben lassen.“ Harte Worte, aber realistisch. Die Frage der seelischen Betreuung in solchen Fällen wurde daher ebenfalls behandelt.
Trotz der schweren Kost waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr zufrieden mit dem Kurs: „Ich bin ein Sicherheitsmensch und gerne gut vorbereitet,“ sagt Heike (Name der Teilnehmerinnen geändert), eine 49-jährige Ingenieurin aus dem Raum Braunschweig, und Dagmar, eine 55-jährige Freiberuflerin, erhofft sich dadurch einen Beitrag zu mehr Gemeinwohlorientierung und weniger Egoismus in unserer Gesellschaft. Eine Haltung der Selbstverantwortung also, die Marion van der Pütten nachhaltig unterstützte, indem sie wertvolle Tipps zum Anlegen von Notvorräten gab – in der Hoffnung, dass sie niemals gebraucht werden!
Nächster Kurs im April
Der nächste EHSH-Kurs findet am Mittwoch, 8. April 2026, 8:30 bis 13:30 Uhr in der Malteser-Dienststelle, Berliner Straße 52f in Braunschweig statt. Anmeldung per E-Mail: ausbildung.braunschweig@malteser.org, Telefon (0531) 237979-0. Der Kurs ist kostenfrei.

