Politik

Friedensbündnis ruft zur Mahnwache gegen Atomwaffen auf

Der Anlass ist ein NATO-Manöver in Nordrhein-Westfalen und eine Übung in Rheinland-Pfalz.

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Symbolbild Foto: pixabay

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16.10.2020

Braunschweig. Zur Zeit finden in Deutschland Manöver zum Einsatz von Atomwaffen statt. Um ihren Protest dagegen zum Ausdruck zu bringen, rufen das Friedensbündnis Braunschweig und das Friedenszentrum Braunschweig am morgigen Samstag von 11 bis 12 Uhr zu einer Mahnwache auf dem Kohlmarkt auf.



"Es wäre schön, wenn viele Menschen mit Protestschildern und Transparenten zusammen kämen, um ihre Haltung zum Ausdruck zu bringen", so die Veranstalter.

Auf dem Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen werde aktuell der Einsatz von Jagdbombern trainiert, die im Kriegsfall mit Nuklearwaffen bestückt werden könnten. Der Standort gelte als möglicher Ausweichstandort für die taktischen US-Atomwaffen vom Typ B61, die im Rheinland-Pfälzischen Büchel lagern. Während dieses Manövers "Steadfast Noon" werde geübt, wie man die US-Atomwaffen „sicher“ aus unterirdischen Magazinen zu den Flugzeugen transportiert, unter die Kampfjets montiert und Atombomben „sicher“ ins Ziel bringt. In Büchel laufe parallel die Übung "Resilient Guard", bei der die Luftwaffe den Fliegerhorst gegen mögliche Angriffe verteidigt, erklären die Veranstalter. Die in Büchel stationierten B61 könnten im Rahmen der "nuklearen Teilhabe" in der Nato im Ernstfall auch von deutschen Tornados abgeworfen werden und dann zum Beispiel gegnerische Streitkräfte ausschalten. An den Übungen seien niederländische, belgische und italienische Kampfflugzeuge beteiligt.

"Atomwaffenverbot wird von Deutschland boykottiert"


Die Schwelle des Einsatzes von Atomwaffen sinke. Deshalb sei die Atomkriegsuhr von der Zeitschrift Bulletin of the Atomic Scientists dem „Berichtsblatt der Atomwissenschaftler“ in diesem Jahr um 20 Sekunden auf 11:58:20 vorgestellt worden. Deutschland trage mit solchen Militärübungen zur Eskalation bei, so das Friedensbündnis. Deutschland weigere sich weiterhin, das bereits von 122 UN-Staaten beschlossene Atomwaffenverbot zu unterstützen. Die Bundesregierung habe die Vertragsverhandlungen boykottiert und in der entscheidenden Abstimmung in der UN-Vollversammlung dem Vertrag ihre Zustimmung verweigert.

Friedensbündnis und Friedenszentrum Braunschweig fordern den Abzug der Atombomben aus Deutschland, keine weiteren Militärübungen zum Einsatz von Atomwaffen in Deutschland sowohl am Boden als in der Luft, die Beendigung der nuklearen Teilhabe sowie die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags.


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