Braunschweig. Mit der feierlichen Eröffnung des zusätzlichen Standorts des Sozialpsychiatrischen Zentrums in Braunschweig am Inselwall erweitert der AWO-Bezirksverband Braunschweig e.V. sein Wohnangebot für psychisch erkrankte Menschen, wie er in einer Pressemitteilung berichtet.
„Die Besonderheit hier in dem Angebot ist, dass eine höhere Selbstständigkeit der Bewohner*innen trainiert wird. Die Wohngemeinschaften sind dabei kleiner und bestehen aus zwei bis drei Personen. Betreuungskontakte erfolgen nicht nur durch Personal vor Ort sondern auch digital über Tablets“, erklärt Katja Ruhland, Einrichtungsleitung.
Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbands Braunschweig, betont: „Dieses Angebot innerhalb der Eingliederungshilfe bereitet die Bewohner*innen auf ein selbstständiges Leben außerhalb einer Einrichtung vor. Es werden selbstverständlich weiterhin tagesstrukturierende Angebote und Unterstützung beim Wohnen geboten, zum Beispiel in den Bereichen Arbeit, Beschäftigung und Freizeit sowie Unterstützung in der Wohnraumführung und Leben im WG-Kontext.“
Sichert soziale Teilhabe
Zur Eröffnung sind auch der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Dr. Thorsten Kornblum, sowie die Staatssekretärin des Sozialministeriums, Dr. Christine Arbogast, erschienen. Dr. Christine Arbogast hob besonders hervor, wie einladend, freundlich und wohnlich die neuen Räumlichkeiten am Inselwall sind: „Sie bieten die nötige Ruhe, die die Menschen hier vor Ort brauchen, um sich auf ihre Verselbstständigung zu konzentrieren. Der Raum ist die dritte Person in der therapeutischen Arbeit. Man sieht hier im neuen Sozialpsychiatrischen Zentrum, dass insbesondere auf eine angenehme Atmosphäre geachtet wurde, bei der die Bewohner*innen ein großes Mitspracherecht hatten.“
Dr. Thorsten Kornblum betonte: „Die AWO sichert mit diesem Wohnangebot soziale Teilhabe der Bewohner*innen, die für uns als soziale Stadt überaus wichtig ist. Besonders freue ich mich darüber, dass Mitbestimmung in diesem Kontext kontinuierlich weiterentwickelt wird. Genau diese Einrichtungen machen unsere Stadt so lebenswert und inklusive.“
Rundgänge für Besucher
Die Besucher konnten sich außerdem einen lebhaften Einblick in die Einrichtung verschaffen. Es wurden Rundgänge angeboten und es gab die Möglichkeit, selbst in die Tagesstruktur hineinzuschnuppern. Die 3. Herrenmannschaft von Eintracht Braunschweig baute zudem einen Bewegungsparcours auf.
„Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Interessierte zu der Eröffnung gekommen sind. Es zeigt, wie besonders das Wohnangebot für psychisch erkrankte Menschen innerhalb der Eingliederungshilfe ist“, so Katja Ruhland. „Besonders ist hier auch, dass die leistungsberechtigten Personen mitgestalten dürfen. Dadurch wächst die Einrichtung in den spezifischen Angeboten - klientenzentrierte Unterstützung, Angebote der Tagesstruktur -, aber auch in der Gestaltung der Räumlichkeiten.“
Besonders betont wurde von Rifat Fersahoglu-Weber, wie wichtig das Recht auf Teilhabe ist: „Dieser Bereich ist massiv von Kürzungen bedroht. Wir müssen uns jeden Tag dafür einsetzen, dass solche Angebote geschaffen und aufrechterhalten werden. Teilhabe darf kein abstrakter Begriff und kein Ziel nur auf dem Papier sein. Sie muss im Alltag konkret gelebt werden.“
