Braunschweig. Sie war ein Erfolg, die erste Sommerstraße im Östlichen Ringgebiet vor etwa einem halben Jahr. Ein Wochenende lang hieß es dort: Begegnung zwischen Menschen statt Autoverkehr. Jetzt legt der Stadtbezirksrat einen Vorschlag vor, wie sich das Konzept über einen längeren Zeitraum im Sommer 2026 umsetzen ließe.
Ein Zeitraum von drei Wochen bis zu zwei Monaten sei denkbar, erklärt Juliane Krause, ehrenamtliche Bürgermeisterin des Stadtbezirks Östliches Ringgebiet, im Gespräch mit regionalHeute.de. Eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung ist jetzt aus der Bezirksratssitzung hervorgegangen. Der Bezirksrat "wünscht ausdrücklich eine Fortsetzung im Jahr 2026 über einen längeren Zeitraum und hat seine Unterstützung zugesagt", heißt es darin.
Sommerstraße galt als Versammlung
Im Sommer 2025 wurde die Sommerstraße als Versammlung im Bereich der Kreuzung Heinrichstraße/Wacholtzstraße angemeldet. Dieser, aber auch weitere Orte in der Nähe kämen für 2026 in Frage, erklärt Krause. Um den Bereich aber über einen längeren Zeitraum in eine Sommerstraße umzuwandeln, muss eine andere rechtliche Grundlage geschaffen werden.
Eine Option, für die es schon erfolgreiche Beispiele aus Deutschland gibt, wäre, Verkehrsversuche durchzuführen. "Das wurde von der Stadt bereits einmal abgelehnt", sagt die Bezirksbürgermeisterin. Die Verwaltung hatte unter anderem auch mitgeteilt, dass ihr keine finanziellen oder personellen Kapazitäten zur Verfügung stünden, an der Aktion mitzuwirken.
In 2024 sorgten Ehrenamtliche um die Initiative "Sommerstraßen für das Östliche Ringgebiet" für die Umsetzung, bauten alle Tische, Stände und was noch zur Aktion gehörte jeden Abend ab und morgens wieder auf.
Temporäre Fußgängerzone im östlichen Ringgebiet
Für Krause sei jetzt die wohl praktikabelste Lösung, um die Sommerstraße längerfristig durchzuführen, die Einrichtung einer temporären Fußgängerzone für den Zeitraum der Sommerstraße. Beispielhaft habe das bereits in Berlin-Charlottenburg, Rostock und Heilbronn funktioniert.
Ein weiterer Vorteil, den Krause sieht: "Temporäre Fußgängerzone bedeutet, dass zu bestimmten Zeiten auch Autos fahren können. Zum Beispiel könnte die Fußgängerzone von 10 bis 19 Uhr gelten. Dann könnten davor und danach dort Autos fahren. Auch Anliegerverkehr wäre möglich."
Doch was spricht überhaupt für die Sommerstraße? Zunächst einmal kam die Aktion offenbar bei den Anwohnern trotz vorheriger Bedenken gut an. Das hat unter anderem eine Umfrage ergeben. Politisch ist die Sommerstraße auch gewollt, schließlich gibt es dafür eine Mehrheit im Stadtbezirksrat. "Es geht dabei darum, die Nachbarschaft zu fördern", betont Krause. Brunchen, Tanzkurs, Doppelkopfturnier und Pflanzenbörse: 2025 gab es bereits ein abwechslungsreiches Angebot, das die Menschen auf der vom Autoverkehr befreiten Straße zusammengebracht hat.
Wie und wo die Sommerstraße 2026 stattfinden wird, das muss jetzt zunächst auch die Verwaltung klären. Der Bezirksrat hat seine nächste Sitzung im Februar. Ob bis dahin eine Antwort vorliegt, ist unklar. Fest steht: "Die Initiative steckt schon in den Vorbereitungen für diesen Sommer", so Krause.

