Glasfaser und Mobilfunk sollen kontinuierlich ausgebaut werden

Im Detail informiert die Stadtverwaltung über die Fortschritte und Pläne des Glasfaser- und Mobilfunkausbaus.

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Symbolbild Foto: Alexander Panknin

Braunschweig. Der Ausbau der Kommunikationsnetze schreite in Braunschweig kontinuierlich voran. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Sachstandsbericht zum Glasfaser- und Mobilfunkausbau, der jetzt an die Ratsgremien gesandt wurde, berichtet die Stadtverwaltung am Mittwoch.


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Im Detail informiert die Stadtverwaltung über die Fortschritte und Pläne des Glasfaser- und Mobilfunkausbaus. So baue die Deutsche Telekom seit Anfang 2021 das Östliche und Westliche Ringgebiet sowie die Stadtteile Ölper, Viewegsgarten, Melverode, Heidberg, Bebelhof, Rüningen, Vorwerksiedlung, Schwarzer Berg und Siegfriedviertel aus. Das umfasst zirka 75.000 Haushalte. Für das kommende Jahr beabsichtige die Telekom im Kernbereich der Innenstadt, im Gebiet nördlich der Okerumflut bis zum Siegfriedviertel und in den Stadtteilen Lehndorf, Kanzlerfeld, Broitzem und Gartenstadt sowie Mascherode, Südstadt, Lindenberg und Rautheim mit dem Glasfaserausbau zu beginnen (rund 33.000 Haushalte). Für die Folgejahre seien weitere Ausbaugebiete in Planung.

Ausbau der Deutschen Glasfaser


Zwischen der Deutschen Glasfaser (DG) und der Stadt Braunschweig ist ein Kooperationsvertrag (KV) zum Glasfaserausbau abgeschlossen worden. Dieser sieht vorerst den Ausbau im Stadtteil Lamme vor und kann um weitere Stadtteile erweitert werden. Nach Kenntnis der Verwaltung plane die DG mit den Bautätigkeiten in Lamme Ende September 2022 zu starten.

"Die Verwaltung steht ständig im Dialog mit den Telekommunikationsunternehmen (TKU), um einen eigenwirtschaftlichen, also ohne Steuermittel finanzierten Glasfaserausbau zu erreichen. Braunschweig ist aktuell mit zwei leistungsstarken TKU auf einem guten Weg", so Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa.

Geförderter Glasfaserausbau


Bereiche und Adressen, die die TKU wegen der fehlenden Wirtschaftlichkeit nicht eigenständig ausbauen, sollen im Rahmen der sogenannten "Weiße-Flecken-Förderung" des Bundes Glasfaser erhalten. Als weiße Flecken gelten Adressen mit einer Verbindungsrate unter 30 Megabit pro Sekunde.

Die EU-weite Konzessionsausschreibung ist erfolgt. Derzeit finden Detailabstimmungen und Vertragsverhandlungen über die circa 450 förderfähigen Adressen statt, die sich über das Stadtgebiet verteilen. "Die Thematik und die Anforderungen der Fördermittelgeber sind rechtlich sehr komplex. Aufgrund vergaberechtlicher Vorgaben können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch keine konkreten Angaben zu Angebotshöhen oder Bauausführungszeiträumen machen", so Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. Die Verwaltung gehe aber von einem Ausbaustart im Jahr 2023 aus.

Mobilfunkausbau


Um eine flächendeckende Mobilfunkversorgung zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren zusätzliche Mobilfunkstandorte errichtet und ein erheblicher Teil vorhandener Standorte aufgerüstet werden. Dies ist für eine lückenlose Versorgung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G unabdingbar. "5G ist als Schlüsseltechnologie für die intelligente Vernetzung, Prozessoptimierung und Echtzeit-Anwendungen von großer Bedeutung für zukunftsfähige Geschäftsmodelle", so Leppa.

Die Mobilfunkbetreiber wollen ihr umfangreiches Mobilfunknetz in Braunschweig mit rund 233 Sendeanlagen im Stadtgebiet sukzessive weiter ausbauen. Wie die Mobilfunkanbieter in einem Abstimmungsgespräch mit der Verwaltung im April mitgeteilt haben, sind dabei sowohl Erweiterungen bei bestehenden Standorten als auch Neuerrichtungen geplant. "Die Verwaltung begleitet die Mobilfunkbetreiber bestmöglich bei Erweiterungsvorhaben und bei der Suche nach geeigneten Flächen. Ähnlich wie beim Glasfaserausbau versuchen wir einen flächendeckenden und leistungsfähigen Ausbau zu unterstützen", so Leppa. "Dabei wirken wir aber auch auf einen möglichst ressourcenschonenden Ausbau hin, indem zum Beispiel mehrere Mobilfunkbetreiber gemeinsam einen Mobilfunkmasten für ihre technischen Anlagen nutzen. Wichtig ist zudem, die Beeinträchtigungen des Landschafts- bzw. Ortsbildes so gering wie möglich zu halten." Sehr erfreulich sei die Tatsache, dass es in Braunschweig aufgrund des Ausbauengagements der Mobilfunkbetreiber aktuell keine Gebiete gibt, für die ein durch von der öffentlichen Hand geförderter Ausbau erforderlich wäre.

5G


Detaillierte Zahlen über den Ausbau von 5G in Braunschweig würden noch nicht vorliegen, heißt es in der Mitteilung von Mittwoch. Ein großer Teil der Ressourcen der Telekommunikationsanbieter konzentriere sich momentan auf den Glasfaserausbau. Im Stadtgebiet Braunschweig lässt sich in weiten Teilen die 5G-Technologie bereits nutzen. Möglich mache das eine neue Antennentechnologie namens Dynamic Spectrum Sharing, die erstmals die parallele Nutzung von LTE und 5G im gleichen Frequenzband ermöglicht. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet Dynamic Spectrum Sharing: Surft man mit einem 5G-Smartphone im Umkreis einer Antenne, die mit der Technologie ausgestattet ist, so surft man im 5G-Standard. Surft man dagegen mit einem 4G-Handy im Funkradius derselben Antenne, surft man mit 4G. Kurz: Eine Antenne, zwei Netze.


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