Forscher der TU: Godzilla-Meerechse entdeckt


Hier ist der so genannte "Galapagos-Godzilla" Amblyrhynchus cristatus godzilla zu sehen. Foto: Miguel Vences/TU Braunschweig
Hier ist der so genannte "Galapagos-Godzilla" Amblyrhynchus cristatus godzilla zu sehen. Foto: Miguel Vences/TU Braunschweig

Braunschweig. Fünf bisher nicht bekannte Unterarten von Galápagos-Meerechsen entdeckte ein Team aus ecuadorianischen und europäischen Forscherinnen und Forschern um Dr. Sebastian Steinfartz vom Zoologischen Institut der Technischen Universität Braunschweig.


Unter den entdeckten Unterarten ist auch die Amblyrhynchus cristatus godzilla, die dem Kino-Monster Godzilla ähnlich sieht. Das Internationale Forschungsteam untersuchte die genetische Diversität der Meerechsen im gesamten Galápagos-Archipel und klassifizierte sie in elf verschiedene Unterarten. Die so genannte neue Taxonomie ermöglicht einen besseren Artenschutz der Meerechsen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Zoological Journal of the Linnean Society.

Völlig veraltete Taxonomie


„Bad taxonomy can kill“ oder „Wir können nur schützen, was wir kennen“ ist unter Wissenschaftlern und Naturschützern ein bekanntes Problem für bedrohte Arten und meint den Verlust von genetischer Diversität einer Art durch nicht bekannte und klassifizierte Unterschiede auf dem Niveau von Populationen innerhalb einer Art. „Wir waren sehr überrascht, dass die Einstufung des Gefährdungszustands einer so markanten und bedrohten Art durch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) als weltweit führende Naturschutzorganisation auf einer völlig veralteten Taxonomie beruhte” erklärt Steinfartz.

Insgesamt elf verschiedene Unterarten


In einer aktuellen Studie im Zoological Journal of the Linnean Society haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun eine neue Taxonomie der Meerechse veröffentlicht. Hierzu verglichen sie das Genom und die Morphologie aller bekannten Inselpopulationen und konnten insgesamt elf verschiedene Unterarten der Meerechse klassifizieren. Bei fünf Unterarten handelt es sich um Populationen, deren genetische Besonderheiten bisher noch nicht entdeckt und beschrieben worden waren. „Es war erstaunlich, dass beim näheren Hinschauen viele der Inselpopulationen sich von ihren Nachbarpopulationen deutlich unterschieden” erklärt Dr. Aurelien Miralles vom Naturhistorischen Museum in Paris und ergänzt: “wahrscheinlich wäre Charles Darwin den Meerechsen mit größerem Respekt entgegen getreten, wenn er gewusst hätte, wie gut sich ihre Diversität mit Prozessen der Evolution in Einklang bringen lässt”.

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Eine bisher unentdeckte Unterart von Leguanen auf den Galápagos-Inseln - die Godzilla-Meerechse (Amblyrhynchus cristatus godzilla). Foto: MCLeod/TU Braunschweig


Godzilla-Meerechse


Die am stärksten differenzierten und gleichzeitig auch am stärksten bedrohten Meerechsen fanden die Forscher im Nord-Osten von San Cristobal, einer der ältesten Inseln des Archipels. Um die Besonderheit und Schutzwürdigkeit dieser Population zu unterstreichen, nannten sie diese Unterart Godzilla-Meerechse (Amblyrhynchus cristatus godzilla) in Anlehnung an das berühmte Kino-Monster Godzilla, dessen Kreation und Gestaltung wohl maßgeblich durch Meerechsen inspiriert worden ist. Für Forscherinnen und Forscher steht es außer Frage, dass die Meerechse als Art in ihrem Bestand bedroht ist. Hauptgründe hierfür stellen verwilderte Katzen, Ölverschmutzung des marinen Lebensraums durch wiederholte Tankerhavarien und der Bau von Hotelanlagen im unmittelbaren Bereich der Küsten dar.

Besserer Schutz einzigartiger Tierart


Mit der neuen Taxonomie für die Meerechsen ist es nun viel besser möglich, die Einzigartigkeit der verschiedenen Inselpopulationen hervorzuheben und in Zukunft zu schützen. Nur wenn die gesamte genetische Diversität der Meerechse in Form ihrer einzelnen Unterarten erhalten bleibt, kann diese Art auf Dauer überleben. „Wir hoffen sehr stark und werden uns auch dafür einsetzen, dass die neue Taxonomie die Grundlage für einen besseren Schutz dieser einzigartigen Tierart haben wird“, resümiert Steinfartz.


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