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Braunschweig: Ein "Hagentraum" in dreieinhalb Metern Höhe



Innovatives Wohnen in der City: Ein "Hagentraum" in dreieinhalb Metern Höhe

Die Architektin Andrea Renz will über dem Parkplatz auf der alten Markthalle eine Siedlung mit 15 kleinen Häusern und viel Grün errichten.

von Alexander Dontscheff


Auf der Markthalle könnte eine kleine Wohnsiedlung entstehen.
Auf der Markthalle könnte eine kleine Wohnsiedlung entstehen. Foto: AK Bauplanungsbüro

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Braunschweig. Die alte Braunschweiger Markthalle wird schon seit vielen Jahren ausschließlich als Parkplatz genutzt. Zwar wurden in der Vergangenheit einige Alternativen diskutiert, konkret wurde aber keine davon. Nun liegt eine weitere Idee der Braunschweiger Architektin Andrea Renz vor, die nicht nur einen Großteil der Parkplätze erhalten würde, sondern gleichzeitig neuen, innenstadtnahen Wohnraum und einen Teil der versiegelten Fläche wieder begrünen würde. Im Gespräch mit regionalHeute.de stellt die Architektin des AK Planungsbüros ihren persönlichen "Hagentraum" vor.



Schon vor ein paar Jahren habe sie die Idee des "Modest-Hausing" gehabt - einer Wohnform in kleinen, bescheidenen Häusern, die dafür klimaneutral und grün gestaltet ist und wo das soziale Miteinander im Vordergrund steht. Zunächst habe sie die Innenhöfe im Östlichen Ringgebiet im Sinn gehabt. Die Idee sei gewesen, einerseits die Parkplatznot zu begrenzen und auf einer zweiten Ebene kleine Wohnhäuser und viel Grün anzulegen. Bislang habe sie aber niemanden gefunden, der sein Grundstück zur Verfügung stellen wolle.

Andrea Renz möchte sich ihren
Andrea Renz möchte sich ihren "Hagentraum" erfüllen. Foto: AK Bauplanungsbüro



Dann sei ihr die Idee mit der alten Markthalle gekommen. Das Dach sei schon im Krieg zerstört worden, sie könne sich aber noch gut daran erinnern, dass dort später noch Märkte stattgefunden haben, die sie mit ihrer Großmutter besucht habe. Dass die Fläche nun nur noch als Parkplatz diene, sei schade. Ihr gefalle aber die Idee, dass dort legal Graffiti gesprayt werden könne. Daher sollten die Wände unbedingt erhalten bleiben. Die zweite Ebene ihres Projekts sei etwas höher als die jetzige Mauer geplant und werde von mehreren Stahlträgern an den Seiten und der Mitte gestützt. Statisch sei dies überhaupt kein Problem, so die Architektin. Der Zugang soll über Treppen, aber natürlich auch barrierefrei über Aufzüge gewährleistet werden. Oben angekommen soll es dann bis zu 15 kleinere Häuser und viel Grün geben. "Mein persönlicher Hagentraum, der dreieinhalb Meter über dem Boden schwebt", so Andrea Renz.

So könnte der "Hagentraum" einmal aussehen:


Ihre Pläne habe sie bereits vor einiger Zeit bei der Stadt Braunschweig und einigen Ratsfraktionen eingereicht. Bislang ohne Resonanz. Doch die Architektin hofft, dass sich dies nun ändert. Denn sie räumt ihrem Projekt durchaus Chancen ein. "Natürlich könnte man mit einem normalen Wohnblock mehr Wohnraum schaffen", so Renz. Doch die Stadt habe sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Da seien grünen Oasen wichtig. Zudem könnten solche Projekte über die Stadt hinaus Strahlungskraft entwickeln.

Die Graffitiwand soll erhalten bleiben.
Die Graffitiwand soll erhalten bleiben. Foto: Axel Otto


Andrea Renz hofft, dass die Stadt den Betrieb des Parkhauses übernehmen würde und die obere Etage in Erbpacht an den Projektbetreiber vergibt. Damit könnten halbwegs bezahlbare Mieten gewährleistet werden. Eine andere Option wäre, dass das Grundstück von der Gemeinschaft, die die Häuser bewohnen will, gekauft wird. Interessenten hierfür gebe es jedenfalls schon einige, so die Architektin.

Mehr Wohnqualität, weniger Gewinnmaximierung - so die Idee hinter dem Projekt.
Mehr Wohnqualität, weniger Gewinnmaximierung - so die Idee hinter dem Projekt. Foto: AK Bauplanungsbüro


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