Kein Preis für die Bürgerstiftung im Finale


Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft (li.) und Martina Wolf, Mitglied der Förderpreis-Jury von 2006-2009 (re.), gratulieren den Finalisten aus den Bürgerstiftungen Vorpommern, Braunschweig, Halterner für Halterner und Tecklenburger Land. Foto: Kai Bienert / Stiftung Aktive Bürgerschaft
Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft (li.) und Martina Wolf, Mitglied der Förderpreis-Jury von 2006-2009 (re.), gratulieren den Finalisten aus den Bürgerstiftungen Vorpommern, Braunschweig, Halterner für Halterner und Tecklenburger Land. Foto: Kai Bienert / Stiftung Aktive Bürgerschaft Foto: privat

Berlin. Einen „großen Preis“ gab es für die Bürgerstiftung Braunschweig bei der Förderpreisverleihung der Stiftung Aktive Bürgerschaft nicht. Dafür aber 5.000 Euro für das Erreichen des Finales.


400 engagierte Bürger, Politiker, Künstler, Wirtschaftsvertreter und Fachleute kamen am vergangenen Mittwoch, 3. Mai, im Forum der DZ BANK AG am Brandenburger Tor in Berlin zusammen, wo die Bürgerstiftungen Jena und Kehl für ihr Engagement für Geflüchtete mit dem Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2017 ausgezeichnet wurden.

Die Bürgerstiftung Kehl erhielt den Preis, weil sie Partner aus der lokalen Wirtschaft dafür gewinnen konnte, ihr Projekt „Integration von Flüchtlingen - Qualifizierung junger Männer“ erfolgreich umzusetzen. Die Bürgerstiftung Jena fördert nicht nur das Engagement in der Flüchtlingsarbeit, sondern unterstützt auch Geflüchtete und Migranten darin, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren. Beide Bürgerstiftungen erhalten ein Preisgeld von je 10.000 Euro. Für ihr Engagement und die im Wettbewerb eingereichten Ideen und Projekte wurden auch die Bürgerstiftungen aus Braunschweig, Haltern, dem Tecklenburger Land und Vorpommern gewürdigt. Sie erhalten eine Zuwendung von je 5.000 Euro. Insgesamt ist die Auszeichnung mit 40.000 Euro dotiert.

Die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung aus der Baden-Württembergischen Landesregierung, Gisela Erler, und der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) als Schirmherr der Stiftung Aktive Bürgerschaft, Uwe Fröhlich, würdigten in ihren Laudationes das Engagement der Bürgerstiftungen als vorbildhaft. „Menschen zu helfen, selbst aktiv werden zu können, ist auch ein zutiefst genossenschaftlicher Ansatz. Wenn sich Bürgerinnen und Bürger aus eigener Initiative und ehrenamtlich für das Gemeinwesen vor Ort engagieren, verdient das unsere Unterstützung“, so Uwe Fröhlich.

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft feierte ihr 20-jähriges Jubiläum


Im Rahmen der Veranstaltung blickte die Stiftung Aktive Bürgerschaft auf ihre 20-jährige Geschichte zurück. Werner Böhnke, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DZ BANK AG und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Aktive Bürgerschaft, sagte einleitend in seiner Begrüßung: „Vor 20 Jahren haben tatkräftige Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit genossenschaftlichen Unternehmen die Aktive Bürgerschaft aus der Taufe gehoben. Wir waren damals und sind auch heute der festen Überzeugung, dass bürgerschaftliches Engagement von herausragender Bedeutung für unser Land ist. Diese Bewegung professionell zu fördern, bleibt unser zentrales Anliegen. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Wissenschaft, Gesellschaft und Politik setzen wir uns für eine Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und der in diesem Sinne tätigen gemeinnützigen Organisationen zum Wohle unseres Landes ein.“

Dr. Peter Hanker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aktive Bürgerschaft, ehrte Werner Böhnke als langjährigen und tatkräftigen Förderer der Aktiven Bürgerschaft. Eine weitere Würdigung ging an Friedemann Walther, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Neukölln, stellvertretend für alle Mitglieder der ehrenamtlichen Jury des Förderpreises Aktive Bürgerschaft. Bei der Veranstaltung berichteten außerdem Karin Gruhlke vom Bürgerkomitee Südstadt e.V. aus Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, die 1998 den ersten Förderpreis gewann, und Vertreter der Bürgerstiftung Berlin-Neukölln, die 2004 mit der Auszeichnung gewürdigt wurden, über die aktuellen Herausforderungen ihrer Arbeit.

Hintergrund zum Wettbewerb 2017 und zur Stiftung Aktive Bürgerschaft


Um den Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2017 konnten sich Bürgerstiftungen aus ganz Deutschland bewerben, die den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechen. Eine unabhängige Jury aus Experten der Dritte-Sektor-Forschung, Vertretern erfolgreicher Bürgerstiftungen und Engagementförderern aus dem Genossenschaftswesen ermittelte die Preisträger. Der Förderpreis Aktive Bürgerschaft zählt zu den ersten Auszeichnungen für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland.

Die in Berlin ansässige Stiftung Aktive Bürgerschaft ist das Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie fördert bürgerschaftliches Engagement und unterstützt die Bürgerstiftungen in Deutschland bei Managementaufgaben, Projekten und der Gewinnung von Stiftern und Ehrenamtlichen. Mit dem Service-Learning-Programm sozialgenial bietet sie außerdem ihr Know-how Schulen an, um junge Menschen frühzeitig an ehrenamtliches Engagement heranzuführen.

Die Ideen und Projekte der Finalisten


Niedrige Kapitalmarktzinsen erschweren die Arbeit vieler Stiftungen. Die Bürgerstiftung Braunschweig (Niedersachsen) entwickelt ein Konzept, um mit Immobilien bessere und nachhaltige Renditen zu erzielen.

Die Bürgerstiftung „Halterner für Halterner“ (Nordrhein-Westfalen) hat mit dem Jubiläumsprojekt „Bürgerstiftung in aller Munde“ eine beispielhafte Fundraisingmaßnahme umgesetzt.

Für ihr Präventionsprojekt „Wir für Kinder“ hat die Bürgerstiftung Tecklenburger Land (Nordrhein-Westfalen) ein nachhaltiges Programm ehrenamtlich Engagierter etabliert.

Die Bürgerstiftung Vorpommern (Mecklenburg-Vorpommern) will mit der Errichtung einer „Geschäftsstelle Plus“ die Sichtbarkeit der Bürgerstiftung im Stadtbild erhöhen und gleichzeitig mit einem Ladengeschäft weitere Zielgruppen ansprechen.

Die Stiftung wird die Finalisten bei der konkreten Umsetzung ihrer eingereichten Ideen unterstützen. Die Ideen und guten Beispiele werden allen Bürgerstiftungen zugänglich gemacht.


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