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Kinder kämpfen für ihren Bolzplatz



Kinder kämpfen für ihren Bolzplatz

von Robert Braumann


Die Kinder protestieren gegen die Planungen, Foto: Rosenbaum
Die Kinder protestieren gegen die Planungen, Foto: Rosenbaum Foto: Rosenbaum

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Braunschweig. Der "Garten der Erinnerung" soll im Zusammenhang einer Partnerschaft mit der belgischen Stadt Roselies, in der braunschweiger Soldaten im 1.Weltkrieg Gräueltaten verübt haben, entstehen. Doch es gibt Ärger um den Standort - die Stelle nutzen Kinder zum Spielen.



Till Rosenbaum hat Klage vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig gegen den Standort eingereicht. Er wohnt im Quartier Roselies und kann die Planungen nicht verstehen. Die Anwohner würden das Vorhaben grundsätzlich absolut begrüßen, nur eben nicht an dieser Stelle. "Leider wurde der Standort, an den Bürgern vorbei, auf einem Bolzplatz geplant. Der Unmut der Anwohner und Kinder ist nun verständlicherweise sehr groß. Nur 150 Meter weiter existiert eine Brach-Fläche, welche ohnehin noch im Rahmen der Erschließung bepflanzt werden muss. Diese wurde bei den Planungen, trotz des Wunsches der Anwohner, völlig ausgeklammert. Nun soll die schon angelegte Fläche mit viel Geld umgebaut werden", so Rosenbaum. Seit fünf Jahren würde der Platz von Kindern und Eltern genutzt und es sei auch keine andere Fläche im Quartier so gut geeignet zum Spielen und Zusammentreffen. Außerdem sei nie klar gesagt worden, wo der "Garten der Erinnerung" entstehen soll, dies habe man erst durch die letze Ratssitzung erfahren. Man wolle das Projekt nicht verhindern, man verstehe nur den Standort nicht.

Stadt äußert sich


Bezüglich der von Anwohnern angestoßenen Debatte um den Standort des Gartens der Erinnerung hat


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Dr. Anja Hesse Foto: Archiv



Dr. Anja Hesse noch einmal zu den Planungen Stellung genommen. Bei der Auswahl des Standorts für den Garten der Erinnerung sei von der Verwaltung Wert darauf gelegt worden, dass dieser auf dem Gelände der früheren Kaserne „Roselies“ liegt. Es handele sich um eine Grünfläche und keinen gewidmeten Bolzplatz. Dort spielten Kinder allerdings gern Fußball und das könnten sie auch nach Einrichtung des Gartens.

Standort klar benannt


Den Vorwurf, die Stadt habe nicht klargestellt, wo sich der Garten genau befinden solle, wies Dr. Hesse zurück. Dies sei bereits im Februar im Stadtbezirksrat ausführlich vorgestellt worden, in der Folgezeit seien zahlreiche Gespräche etwa mit dem Stadtteilheimatpfleger, der Kindertagesstätte sowie Anwohnern und Bürgern geführt und Anregungen aufgenommen worden. Schon im Februar sei die Frage des Standorts im Rahmen einer Anfrage im Stadtbezirksrat Thema gewesen, die Verwaltung habe dazu auch schriftlich Auskunft gegeben. Der Stadtbezirksrat sei in der Folgezeit mehrfach mit dem Thema befasst und informiert worden. Insofern könne sie es überhaupt nicht nachvollziehen, wenn jetzt behauptet werde, der Standort sei bei der abschließenden Behandlung in den Gremien – der Rat entschied abschließend am 13. September – nicht klar gewesen.

"Keine Alternative"


Der erneut in die Debatte gebrachte Ort nahe dem Regenrückhaltebecken, jenseits des ehemaligen Kasernenareals, als Alternativstandort für den „Garten der Erinnerung“ sei bereits im Oktober 2015 als Gegenstand weiterer Überlegungen ausgeschlossen worden, da die Verwaltung die Themen Garten der Erinnerung / Erinnerungspartnerschaft mit der Nachfolgegemeinde Roselies einerseits und „Erinnerungsort Garnisonsstandort Braunschweig“ (Gedenksteine der Garnisonstruppen) andererseits klar trennt, so Dr. Hesse. Der „Garten der Erinnerung“ solle erläutern, woher der Name Roselies kommt und welche Ereignisse damit verbunden sind. Da er aus der Kasernenbenennung herrührt und die Ereignisse dort einen eindeutigen Bezug zu den Ereignissen im 1. Weltkrieg haben, musste ein authentischer Ort gefunden werden, der mit der ehemaligen Kaserne in Verbindung steht. Also ein Ort auf dem früheren Kasernengelände. Der von der BIBS-Fraktion im Rat jetzt bevorzugte Ort am Regenrückhaltebecken habe keine solche Verbindung zu Roselies beziehungsweise zum Ersten Weltkrieg.  "Ich finde es sehr bedauerlich, dass in der jetzigen Debatte aus dem Blick gerät, welche gute Lösung für den wichtigen und so notwendigen Erinnerungsort für das Gedenken an die Ereignisse in Roselies im 1. Weltkrieg und die Rolle Braunschweiger Regimenter dabei gefunden wurde, die der Rat einstimmig beschlossen hat. Wir halten unsere Planung für gut durchdacht und schlüssig und der Rat hat sich dem angeschlossen." so Hesse.


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