Kinderbetreuung: Ausbau bleibt ein Kraftakt


Durch immer mehr Kinder steigt der Bedarf an Betreuungsangeboten in Braunschweig kontinuierlich an. Symbolbild: Pixabay
Durch immer mehr Kinder steigt der Bedarf an Betreuungsangeboten in Braunschweig kontinuierlich an. Symbolbild: Pixabay Foto: Pixabay

Braunschweig. In Braunschweig werden für das kommende Kindergarten- und Schuljahr fast 400 Plätze für die Kinderbetreuung geschaffen: 80 Krippenplätze, 115 Kindergartenplätze und rund 200 Plätze für die Schulkindbetreuung. Vorhandene Betreuungsangebote werden ausgebaut, in Neubaugebieten neue Kitas gebaut. Bei der Schulkindbetreuung nimmt Braunschweig eine Spitzenposition ein. Dennoch sind durch Flexibilisierung des Einschulungstermins, Fachkräftemangel und Bauboom auch in Braunschweig Engpässe bei den Betreuungsangeboten nicht immer zu vermeiden, so die Stadt Braunschweig.


Hinzu komme die erhebliche Belastung des städtischen Haushalts. Teils baue die Stadt selbst, teilweise Dritte, so dass Mietzahlungen anfallen. Die weitere Kostenbeteiligung des Landes beim Ausbau der Kinderbetreuung sei derzeit noch ungewiss. "In Braunschweig steigen die Bedarfe und Kinderzahlen für die Betreuungsangebote in Krippen, Kindertagesstätten und der Schulkindbetreuung kontinuierlich", hebt Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast hervor. "Die Entwicklung der Platzzahlen in den vergangenen Jahren zeigt diesen Trend in der Krippenbetreuung bereits auf." Habe es 2013 noch 2.438 Betreuungsplätze für Kinder zum Alter von drei Jahren gegeben, so wären es 2018 bereits 2.814 gewesen.

"An der Grenze dessen, was leistbar ist"


"Um den wachsenden Bedarf zu decken, treibt die Stadtverwaltung Vorabstimmungen, Planungen und Bauvorhaben kontinuierlich voran. Dabei müssen die Planungen neben der steigenden Nachfrage von Eltern auch auf verschiedene politische Entwicklungen wie die Einführung der Beitragsfreiheit in den Kindergärten, die Flexibilisierung des Einschulungsstichtages und begrenzte Förderprogramme von Bund und Land angepasst werden. Wir haben in den vergangenen Jahren viel getan, aber es bleibt auch in den kommenden Jahren noch viel zu tun. Der Ausbau der Kinderbetreuung bleibt ein Kraftakt. Wir sind an der Grenze dessen, was möglich und leistbar ist."

Die Stadt und auch die freien Träger seien unter anderem deshalb gezwungen, fortlaufend zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Schaffung zusätzlicher Plätze bestehen. Eine der bereits umgesetzten Maßnahmen sei beispielsweise die kurzfristige Erweiterung des städtischen Kinder- und Familienzentrums Neue Knochenhauerstraße. Aus Perspektive der Kita-Leitung sei die aktuelle Situation eine Bestätigung der pädagogischen Arbeit in den Kindertagesstätten aber gleichzeitig auch eine enorme Herausforderung. Wenn bis zu 120 Voranmeldungen für wenige Betreuungsplätze eingehen, sei ein gutes Management notwendig. Die städtischen Kindertagesstätten würden ihre Plätze nach einheitlichen Aufnahmekriterien vergeben, die vom Jugendhilfeausschuss der Stadt beschlossen wurden. Die aktuelle Situation führe jedoch auch zu Absagen und entsprechend enttäuschten Eltern.

Ausbau der Kindertagesstätten


Währenddessen wird der Ausbau von Kindertagesstätten im Zuge der Erschließung von Neubaugebieten auch in den Folgejahren fortgesetzt. "Weitere Maßnahmen werden intensiv geprüft, wozu die Stadt Braunschweig auch mit zahlreichen Trägern im Gespräch ist", betont Sozialdezernentin Arbogast. "Engagierte Träger haben ihre Planungen bereits vorgestellt und bei der Stadt zur Prüfung eingereicht. Erschwert werden die Planungen jedoch auch durch die Ungewissheit über eine Kostenbeteiligung des Landes. Der Fördertopf für Investitionskosten zusätzlicher Krippenplätze ist aktuell ausgeschöpft. Die angekündigte Aufstockung der Landesmittel steht auch hier noch aus. Leider werden wir beim Ausbau der Kinderbetreuung von Bund und Land nach wie vor nicht in dem Maße unterstützt, in dem dies notwendig und angemessen wäre."

Könnten auch diese Maßnahmen im Laufe der nächsten Kindergartenjahre umgesetzt werden, könnten die aktuell prognostizierten Bedarfe gedeckt werden. Dabei sei grundsätzlich zu beachten, dass es durchaus auch zu Verzögerungen kommen könne, die ihre Ursache teilweise in der guten Konjunktur und Auslastung in der Baubranche oder hohen baulichen Anforderungen wie zum Beispiel dem Lärmschutz haben.

Zusätzliche Fachkräfte ausbilden


Durch den Fachkräftemangel werde es auch in Braunschweig zunehmend schwierig, für neue Kindertagesstätten ausreichend Personal zu finden. Dieser Aspekt könne daher zukünftig auch in Braunschweig zu einer verzögerten Inbetriebnahme neuer Kindertagesstätten führen. In anderen Großstädten, wie beispielsweise Berlin und München, sei diese Situation bereits eingetreten. "Um die Ausbildungssituation für angehende Fachkräfte zu verbessern, ist die Stadt Braunschweig im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Nachbarstadt Wolfsburg und dem Niedersächsischen Städtetag auf das Land Niedersachsen zugegangen", berichtet die Sozialdezernentin. "Ziel beider Kommunen ist es, durch den Aufbau von Modellvorhaben sowie durch die Beteiligung am Bundesprogramm ‚Fachkräfteoffensive‘ zusätzliche Fachkräfte auszubilden und schnellstmöglich in den Kindertagesstätten einzusetzen."


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