Braunschweig. Patienten mit schwerer Aortenklappeninsuffizienz haben eine neue Behandlungsmöglichkeit am Herzzentrum im Städtischen Klinikum Braunschweig. Drei Patienten wurden in dieser Woche mit einer minimalinvasiven Therapie mit der speziell für die Aorteninsuffizienz konzipierten JenaValve Trilogy behandelt. Deutschlandweit bieten nur wenige Herzzentren diese Therapie an.
„Mit diesem Verfahren erweitern wir unser Behandlungsspektrum gezielt und können eine bisher bestehende Versorgungslücke schließen. Für viele Betroffene, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Operationsrisiko, gab es bislang keine verlässliche kathetergestützte Behandlungsmöglichkeit. Die bisher etablierten TAVI-Systeme wurden vor allem für stark verkalkte Aortenklappenverengungen entwickelt. Bei einer Aortenklappenundichtigkeit (Aorteninsuffizienz) fehlt diese Verkalkung jedoch häufig, was die Behandlung technisch schwieriger macht“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Tibor Kempf.
Neue schonende Therapieoption
Oberarzt Dr. Ingo Breitenbach ergänzt: „Die speziell für diese Situation entwickelte JenaValve Trilogy ermöglicht durch ein besonderes Clip- und Ankerprinzip erstmals eine stabile und sichere Positionierung der Herzklappenprothese auch ohne ausgeprägte Verkalkung der natürlichen Klappe. Für viele bislang nur eingeschränkt behandelbare Patientinnen und Patienten eröffnet sich damit eine neue und schonendere Therapieoption.”
