Living Theory im westand: Erst große Gefühle, dann die volle Metal-Breitseite

Mit einer neuen Setlist, bekannten Linkin-Park-Songs und einem eigenen Titel kehrten Living Theory am Samstagabend nach Braunschweig zurück.

von Stefan Stümpel


Im westand zeigte die italienische Tribute-Band, wie nah bei dieser Musik emotionale Momente und harte Gitarrenriffs beieinanderliegen.
Im westand zeigte die italienische Tribute-Band, wie nah bei dieser Musik emotionale Momente und harte Gitarrenriffs beieinanderliegen. | Foto: @fotobully

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Braunschweig. „Are you having a good time?“ – ob das Publikum Spaß hat, will Sänger Rob Marconi an diesem Samstagabend im westand wissen. Und er kündigt gleich an, diese Frage noch häufiger zu stellen. Vor der Bühne gehen die Arme nach oben, die ersten Reihen feiern mit. Living Theory sind zurück in Braunschweig. Für viele der Besucher ist es längst nicht die erste Begegnung mit den Italienern.


Wie oft die Band bereits im westand gespielt hat, darüber herrscht selbst auf der Bühne zunächst keine Einigkeit. Drei-, vier- oder fünfmal? Schließlich einigen sich die Musiker auf vier Auftritte. Als Marconi fragt, wer Living Theory zum ersten Mal live erlebt, melden sich einige Besucher. Der Großteil scheint die Band allerdings schon von früheren Konzerten zu kennen. Trotzdem gibt es an diesem Abend etwas Neues. Die Musiker haben ihre Setlist komplett überarbeitet und spielen diese Zusammenstellung nach eigenen Angaben erstmals im Braunschweiger westand.

Ein emotionaler Moment mit dem Publikum


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Living Theory haben sich den Songs von Linkin Park verschrieben, insbesondere der Zeit mit dem 2017 verstorbenen Sänger Chester Bennington. Dabei geht es nicht ausschließlich um harte Gitarren und aggressive Gesangspassagen. Auch die ruhigeren Stücke nehmen einen wichtigen Platz im Programm ein.


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully



Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Vor „Shadow of the Day“ bittet Marconi die Besucher, gemeinsam mit der Band zu singen. Er widmet den Song ausdrücklich den Menschen vor der Bühne und kündigt einen emotionalen Abschnitt des Konzerts an. Erst danach soll es wieder deutlich härter werden.
Mit „One More Light“ folgt ein weiterer Song, bei dem das gemeinsame Singen im Mittelpunkt steht. Das Publikum soll bis zum letzten Wort dabei bleiben. Nach dem Stück zeigt sich Marconi selbst bewegt. Er beschreibt den Moment als magisch und macht deutlich, wie emotional dieser Teil des Auftritts auch für ihn gewesen ist.


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully



Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Lange Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Der Sänger kündigt den letzten Abschnitt der Show an und verspricht: „It's going to be intense.“ Die bisherigen Songs seien gewissermaßen erst das Aufwärmprogramm gewesen.

Von Linkin Park bis Behemoth


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Was er damit meint, wird bei einer weiteren Ansage deutlich. Marconi will wissen, ob das Publikum auch die richtig harte Seite von Linkin Park liebt. Und er fordert die Besucher heraus: Können sie einen Song nicht noch ein bisschen mehr auf Metal-Art beenden?
Normales Mitsingen reicht dafür nicht. Diesmal sollen möglichst tiefe, aggressive Schreie her. Als Vergleich fällt sogar der Name Behemoth, die für ihren extremen Metal bekannte polnische Band.

Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Es ist dieser Wechsel, der den Abend prägt. Gerade noch fordert Marconi sein Publikum zu einem gemeinsamen emotionalen Moment auf, wenig später sollen die Besucher ihre Stimmen möglichst tief und aggressiv einsetzen. Die Band lässt dabei keinen Zweifel daran, dass zu ihrer Vorstellung von Linkin Park beide Seiten gehören.

Auf der Bühne wird diese Energie auch körperlich ausgelebt. Die Musiker bewegen sich bis an den Bühnenrand, suchen den direkten Kontakt zu den ersten Reihen. Gitarristen gehen in die Knie, während Marconi das Publikum immer wieder zum Mitmachen animiert.

Living Theory spielen auch eigene Musik


Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully



Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann.
Die italienische Tribute-Band zeigte, wie emotional und kraftvoll ihre Musik zugleich sein kann. Foto: @fotobully


Dass die fünf Musiker nicht ausschließlich die Songs ihrer Vorbilder spielen wollen, zeigt sich ebenfalls an diesem Abend. Mit „Take Me As I Am“ kündigen sie einen eigenen Titel an. Die Single wurde erst im Juli 2026 veröffentlicht und gehört neben „Dark“ und „Stay“ zu den eigenen Veröffentlichungen der italienischen Band.

Living Theory beschränken sich damit längst nicht mehr allein darauf, das musikalische Erbe von Linkin Park auf die Bühne zu bringen. Sie arbeiten auch an einer eigenen musikalischen Identität, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen.