Braunschweig. Die Linke hat die derzeitige Co-Vorsitzende Leonie Bartsch als Kandidatin für das Amt der Oberbürgermeisterin nominiert. Die 30-Jährige wurde auf der Mitgliederversammlung am gestrigen Samstag einstimmig gewählt. Auch das Kommunalwahlprogramm der Linken wurde angenommen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Partei hervor.
Zu ihrer Wahl äußerte Bartsch: „Ich freue mich über das große Vertrauen meiner Partei. Die 11,6 Prozent bei der Bundestagswahl und die mittlerweile weit über 600 Mitglieder in unserem Kreisverband geben uns starken Rückenwind für die Kommunalwahl.“ Am 13. September stehen in Niedersachsen die Kommunalwahlen an, bei denen in Braunschweig das Amt des Oberbürgermeisters, der Stadtrat und die Bezirksräte neu besetzt werden. Zuletzt hatte Die Linke im Stadtrat zwei Sitze. Bartsch fügte hinzu: „Wir sind der festen Überzeugung, unser letztes Ergebnis zu übertrumpfen und Braunschweig eine starke, soziale Stimme zu geben.“
Bezahlbarer Wohnraum im Fokus
Ein zentrales Wahlkampf-Thema sei für Bartsch bezahlbarer Wohnraum. Sie betont: „Wenn fast die Hälfte der Menschen in Braunschweig mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete zahlen, haben wir ein riesiges Problem.“ Die Kommune müsse sich darum kümmern, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen. „Wir müssen insbesondere den Wohnraum in der öffentlichen oder genossenschaftlichen Hand stärken, damit das Angebot an günstigem Wohnraum steigt und die Mieten sinken!“
Als bisher einzige Frau unter den Bewerbern für das Amt sagt sie: „Debatten um Sicherheit im öffentlichen Raum sind Debatten, die insbesondere von Frauen geführt werden müssen, nicht von einem christdemokratischen Männerchor.“ Mit ihrem Engagement möchte sie eine Wahloption für alle Frauen in Braunschweig bieten.
Marcus Winkler auf Listenplatz 1
Auf den Listenplatz 1 im Wahlbereich Westlicher Ring wurde Marcus Winkler gewählt, der damit als aussichtsreicher Kandidat für den Stadtrat ins Rennen geht. Der 33-jährige Elektroniker betont: „Unsere DNA ist die soziale Gerechtigkeit. Wo Privatisierung Probleme bereitet, muss die Kommune wieder Verantwortung übernehmen. Für uns ist klar, dass wir keinem Gesetz, keiner Verordnung und keiner Maßnahme zustimmen werden, die Braunschweig unsozialer macht.“
