Psychisch Kranken schnell helfen: Auch am Wochenende und feiertags


Schwer psychisch Kranke erhalten Hilfe über Telefonate mit dem Psychosozialen Krisendienst und können so einer Einweisung entgehen. Foto: pixabay
Schwer psychisch Kranke erhalten Hilfe über Telefonate mit dem Psychosozialen Krisendienst und können so einer Einweisung entgehen. Foto: pixabay Foto: Pixabay

Braunschweig. Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger, die an Wochenenden und Feiertagen aufgrund psychischer Krisen kurzfristige Hilfe oder Unterstützung benötigen, können sich ab Juni an den Psychosozialen Krisendienst des städtischen Gesundheitsamtes wenden. Dies teilt die Stadt Braunschweig mit.


Er hat die Telefonnummer 0531/470-7777 und ist zu folgenden Zeiten erreichbar: freitags und samstags von 15 bis 22 Uhr; sonn- und feiertags von 15 bis 20 Uhr.



Versorgung psychisch Kranker am Wochenende und Feiertagen verbessern


Ziel ist es, die Versorgung schwer psychisch Kranker samt Deeskalation psychiatrischer Krisen an Wochenenden und Feiertagen zu verbessern, die Zahl der Zwangseinweisungen in die Psychiatrie weiter zu verringern und Suizidgefährdungen entgegenzuwirken. Der Rat hatte die Einrichtung des Psychosozialen Krisendienstes Ende vergangenen Jahres auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen. Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger, die an Wochenenden und Feiertagen aufgrund psychischer Krisen kurzfristige Hilfe oder Unterstützung benötigen, können sich ab 1. Juni an den Psychosozialen Krisendienst wenden.



Durch Telefonate Klinikeinweisung vorbeugen


Das Angebot ist kostenlos. "In Telefonaten oder im persönlichen Gespräch im Rahmen eines Hausbesuches wird geklärt, ob oder wie zeitnah weiterführende Unterstützungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden müssen oder ob es notwendig ist, dass der oder die Betroffene einen Arzt aufsucht", erläutert Gesundheits- und Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast. Der psychosoziale Krisendienst ist mit Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie psychiatrisch erfahrenen Pflegekräften in Form einer Rufbereitschaft besetzt. Bei Bedarf können Klientinnen und Klienten in der psychiatrischen Notfallambulanz des Städtischen Klinikums vorgestellt werden. "Nach Erfahrungen in anderen Kommunen können viele Fragestellungen und Probleme durch ein kurzfristiges Telefongespräch oder ein persönliches Gespräch bewältigt und somit eine Klinikeinweisung vermieden werden", berichtet der Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes am Gesundheitsamt, Thomas Meyer. "Vorrangige Aufgabe des Psychosozialen Krisendienstes ist die Krisenintervention", erläutert Anke Scholz, Koordinatorin des Sozialpsychiatrischen Dienstes und Geschäftsführerin des Sozialpsychiatrischen Verbundes. "Ziel ist es, Lösungen in zugespitzten Situationen zu finden. Verschiedene Krisensituationen können unterschieden werden: Psychiatrische Notfallsituationen (akute Krankheit), akute seelische Notlagen bei psychosozialen Belastungen und akute Versorgungsnotstände bei chronischer psychischer Krankheit." Dieser Aufgabe nachgeordnet sind Beratung und Vermittlung zu Angeboten ins bestehende Versorgungssystem, die der Krisendienst an Wochenenden und an Feiertagen wahrnehmen soll.



Weitere Hilfsangebote für psychisch Kranke


So sollen psychisch erkrankte Menschen oder solche in psychosozialen Notlagen unterstützt werden, ggf. durch die Erschließung weiterer Hilfsangebote. Der Wochenend- und Feiertagskrisendienst soll Unterstützungskontakte realisieren, wenn dies zur Stabilisierung von Klientinnen und Klienten erforderlich ist. Das kann der Fall sein, wenn Gefährdungen vorliegen oder zu vermuten sind, etwa bei Psychose-Erkrankten, die kein tragfähiges soziales Umfeld haben und nicht ausreichend behandelt sind. Auch wenn Kinder oder andere Angehörige oder Betroffene einer schwierigen Situation mit einem erkrankten Menschen ungeschützt ausgesetzt sind, mit der sie nicht zurechtkommen, können sie sich an den psychosozialen Krisendienst wenden.


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