Braunschweig. Die Geschichte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*-, intergeschlechtlichen und queeren Menschen in Braunschweig sei bislang kaum sichtbar, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Obwohl queere Menschen auch hier seit Jahrzehnten für Anerkennung, Rechte und Sichtbarkeit gekämpft haben, gibt es nur wenig Dokumentation darüber. Der Arbeitskreis Queere Geschichte Braunschweig will nun Abhilfe schaffen.
Laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung habe sich dieser Arbeitskreis jetzt in Kooperation mit der Stadt und dem Verein für sexuelle Emanzipation gegründet. Ziel sei es, die queere Geschichte der Stadt zu bewahren und aufzuarbeiten. Dafür werden nun Dokumente aus der queeren Community gesucht.
Arbeitskreis sucht Dokumente zur queeren Stadtgeschichte
Dazu zählen unter anderem private Dokumente, Fotos, Briefe, Tagebücher, Flugblätter, Plakate, Vereinsunterlagen, Zeitungsausschnitte, Ton- oder Videoaufnahmen sowie Erinnerungen an Treffpunkte, Aktionen oder politische Initiativen. Auch Zeitzeugen, die bereit sind, von ihren Erfahrungen zu berichten, seien eingeladen, sich zu melden, teilt die Stadt mit.
Die Sozialdezernentin der Stadt, Dr. Christina Rentzsch, erläutert: "Viele queere Lebensrealitäten wurden aus Angst vor Verfolgung oder Diskriminierung kaum dokumentiert. Umso wichtiger ist es, vorhandenes Wissen jetzt zu sichern, bevor es verloren geht. Die Materialien werden sensibel, historisch eingeordnet. Sofern gewünscht werden sie auch anonymisiert verarbeitet." Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt eine fachkundige Historikerin.
Das entstehende Archiv soll im queeren Zentrum Braunschweigs angesiedelt werden und langfristig für Bildungsarbeit, Forschung und Öffentlichkeit zugänglich sein. Es versteht sich als Beitrag zu Erinnerungskultur und Demokratieförderung. Wer Materialien beisteuern oder seine Geschichte teilen möchte, kann sich an die Koordinationsstelle LSBTIQ* der Stadt Braunschweig oder den Verein für sexuelle Emanzipation wenden (0531/470-7370 oder 0531/61515757).

