Rituelles Waschhaus: So wurde es 2025 genutzt

Auch im elften Jahr des Bestehens war die Nachfrage überschaubar.

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Das 2015 errichtete Waschhaus auf dem Stadtfriedhof.
Das 2015 errichtete Waschhaus auf dem Stadtfriedhof. | Foto: regionalHeute.de

Braunschweig. Vor knapp elf Jahren - im Februar 2015 - wurde das rituelle Waschhaus auf dem Braunschweiger Stadtfriedhof in Betrieb genommen. Der Bedarf war seinerzeit gesehen worden, da vor allem der Islam für die Bestattung so eine Waschung vorsieht. Doch die Nachfrage war von Anfang an sehr gering. Das hat sich auch 2025 nicht geändert. Darüber informiert die Verwaltung den Umwelt- und Grünflächenausschuss am morgigen Freitag.



Im rituellen Waschhaus wurden demnach im abgelaufenen Jahr 2025 insgesamt 30 angemeldete Waschungen durchgeführt. Dies sind zwei weniger als im Vorjahr, heißt es in der Vorlage. Durch die in der gültigen Fassung der Friedhofsgebührensatzung festgelegte Gebühr in Höhe von 70 Euro pro Waschung seien im Jahr 2025 Gesamteinnahmen in Höhe von 2.100 Euro entstanden.

Nicht einmal die Hälfte


Damit hat man nicht annähernd die Anzahl an Waschungen erreicht, um die Kosten wenigstens zur Hälfte zu decken. In einer früheren Mitteilung hatte die Stadt die Kalkulation genannt, dass man die Kosten etwa zur Hälfte decke, wenn das Waschhaus 65-mal jährlich genutzt werde.

Doch diese Zahl wurde nie auch nur annähernd erreicht. Die Höchstzahl von 44 Waschungen wurde 2018 beauftragt. Der Tiefpunkt war im Corona-Jahr 2021 mit insgesamt 24 angemeldeten und durchgeführten Waschungen erreicht. Nach einem kleinen Zwischenhoch von 40 Waschungen 2022, sinken die Zahlen nun also weiter.

Auch in Bayern bekannt


Das Waschhaus wurde am häufigsten für Personen, die in der Türkei (zehn Waschungen) geboren sind, genutzt. Deutschland, Syrien und Tunesien folgen mit jeweils vier Waschungen. Weitere Länder sind der Libanon (3), Kosovo und Ägypten (jeweils 2) und Irak (1). Die durchgeführten Waschungen betrafen Einwohner aus Braunschweig (15 Waschungen) und der umliegenden Region. Eine Person stammte aus Altötting in Oberbayern. Vornehmlich haben Bestattungsunternehmen und Bestattungsbeauftragte - unter anderem auch aus Hamburg, Berlin und Köln - das rituelle Waschhaus genutzt, jedoch auch vier Privatpersonen und einmal die Vereinigung der Tunesier.

Der 110 Quadratmeter große Gebetsplatz bietet eine Fläche für die Trauergebete.
Der 110 Quadratmeter große Gebetsplatz bietet eine Fläche für die Trauergebete. Foto: regionalHeute.de


Auch 2025 wurde der ebenfalls vor zehn Jahren errichtete Gebetsplatz in Anspruch genommen, und das sieben Mal. Im Vorjahr waren es acht Fälle. Die Nutzung ist gebührenfrei.