Rückblick 2019: Ulrich Markurth kommentiert das Stadtgeschehen


OB Ulrich Markurth.
Foto: Alexander Dontscheff
OB Ulrich Markurth. Foto: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. Am 30. Dezember 2019 meldete sich Oberbürgermeister Ulrich Markurth in seinem persönlichen Jahresrückblick auf Facebook zu Wort. In einer Videobotschaft reflektiert er die Entwicklungen im vergangenen Jahr, unter anderem die Erschließung des Ringgleises und die kulturelle Bedeutung des Westbahnhofs, des soziokulturellen Zentrums und die Bildung des neuen Umweltdezernats der Stadt Braunschweig. Wir geben hier den Wortlaut des Videos in ungekürzter und unkommentierter Form wider.




"Ganz viel Neues ist hier passiert, und sie sehen mich ein bisschen stolz. Hier ist die Wiege des Ringgleises. Das Ringgleis hat eine alte Geschichte, wie der Westbahnhof, der ein Stück Industriegschichte darstellt, und damit die Veränderung, die es in einer Stadt gibt. Voller Freude konnten wir vor wenigen Tagen bekunden, dass das Ringgleis nun mehr geschlossen ist, 22,5 Kilometer um Braunschweig herum. Wunderbare, teilweise unbekannte Industrie- aber auch Naturlandschaften, die man entdecken kann. Das Ringgleis ist eben nicht nur eine Bewegungsstrecke, nicht nur ein Fahrweg. Das ist auch ein bisschen symbolhaft die Veränderung, die die Stadt gerade aufnimmt und am Ringgleis verändert sich auch ganz viel. Das sieht man hier ganz besonders am Westbahnhof. Hier ist IT-Technik untergebracht, hier ist ein wunderbares Kletterzentrum entstanden und natürlich unser soziokulturelles Zentrum, das Westand. Ein großer Veranstaltungsbereich und das kulturelle Zentrum das von KufA betrieben wird mit Unterstützung der Stadt.

Viele Jahre hat's gedauert, in diesem Jahr konnten wir es einweihen. Ein ganz wichtiger Meilenstein für die Kultur unserer Stadt. Und Kultur unserer Stadt, da guck ich schon ein bisschen ins nächste Jahr: Was freut mich ganz besonders? Wir haben wieder einen Lichtparcours, in und auf der Oker wird den ganzen Sommer etwas zu entdecken sein. Wenn sie das Ringgleis befahren, werden sie sehen, dass sich Braunschweig weiter verändert. Es gibt natürlich wieder viele Wohnungen die entstehen, viele Häuser, ja ganze Quartiere. Auch im nächsten Jahr werden hunderte von Neubürgern oder Umgesiedelten dort Wohnungen finden und wir entwickeln das Ganze weiter. In diesem Jahr haben wir herausgefunden, dass wir weiter viele Wohnungen brauchen. Nicht hunderte, sondern ein paar tausend die nächsten Jahre. Die Voraussetzungen werden dafür geschaffen. Und sozialer Wohnungsbau sowie bezahlbares Wohnen bleiben auf der Agenda der Stadt ganz oben stehen.

Das Ringgleis ist auch ein Stückchen Verkehrswende. Wir wollen, dass die Menschen umdenken, dass viele, die es sich leisten können, weil sie in der Stadt wohnen, die kurzen Wege nutzen und auf das Fahrrad umsteigen. Aber gleichzeitig wollen wir den öffentlichen Nahverkehr weiter attraktiv gestalten. Da ist viel gelungen, da haben wir Preise angepasst, da haben wir die Takte verbessert, und im nächsten Jahr werden wir eine ganze Busflotte neu installieren, die hybrid angetrieben sind, mit Elektroantrieb, aber auch mit klassischer, natürlich optimierter Dieselantriebstechnik. Und wir werden die neuste Generation unserer Stadtbahn bekommen. Und damit ist die Stadtbahn dann endlich barrierefrei.

Das Umweltschutz- und Klimaschutzthema hat uns viel bewegt und wird uns weiter beschäftigen. Wir optimieren auch hier die Verwaltungsabläufe, wie wir generell an der Verbesserung der Verwaltung arbeiten, ganz besonders im Jahr 2020. Wir werden ein Umweltdezernat haben, was hier nochmal Schwerpunkte und Akzente setzen wird und wir haben viele Dinge, die uns gut gelungen sind, die wir fortsetzen wollen. Ein ganz besonderer Schwerpunkt liegt in der Renaturierung von Flussläufen. Im Jahr 2019 war es ein Großteil der Wabe im Süden der Stadt. Sehr schön gelungen, wie wir uns überzeugen konnten. Im nächsten Jahr steht die Schunter an. Ein Großteil der Schunter wird wieder renaturiert und was mich besonders freut, die Oker wird durchlässig für Fische, die zu ihren Laichplätzen Richtung Harz unterwegs sind und die bisher eine Barriere hatten, nämlich in der Stadt Braunschweig. Das Petri- oder Maschwehr wird umgebaut und wird für Fische oder Kleinstlebewesen passierbar. Und als Kanute freut es mich auch, dass man dann da wunderbar herunterfahren kann und die Oker als Erlebnisraum erfahren kann. Braunschweig verändert sich permanent und wird sich auch in den nächsten Jahren verändern und wie immer reicht unser Blick auch weit voraus, mehrere Jahre voraus. Naja, mittelfristig wollen wir das ganze Bahnhofsumfeld verändern, das haben sie gehört oder gelesen und keine Sorge, alle werden daran beteiligt. Wir haben viel zu tun, wir wollen den Bahnhof stärker in die Innenstadt hineinbringen wir wollen auch dort Wohnraum und attraktive Arbeitsstätten schaffen, die auch gebraucht werden in unserer Stadt. 20.000 Arbeitsplätze sind in den letzten Jahren entstanden und weitere sollen entstehen, zum Beispiel auch am Hauptbahnhof. Und klar ist, auch die Fläche dahinter, das, was wir alles Bahnstadt nennen, das wird das größte Projekt sein, was in den nächsten Jahren für uns ansteht. Aber das hat noch etwas Zeit.

Und wichtig ist auch dass wir für die Sicherheit, unsere Sicherheit, in der Stadt sorgen. Und ein Großprojekt, das hoffentlich auch in 2020 beendet werden kann ist das neue Führungs- und Lagezentrum unserer Feuerwehr. Was wir zusammen betreiben mit den Landkreisen Wolfenbüttel und Peine. Auch hier freue ich mich, dass wir die Einweihung nächstes Jahr feiern können für dieses große Projekt, was viele Jahre in Anspruch genommen hat. Braunschweig ist und bleibt eine sichere Stadt.

Natürlich machen wir weiter mit dem großen Thema der Bildung. Jedes Jahr steht das ganz oben auf der Agenda. Ich weiss sehr wohl, einige haben sich geärgert, dass wir Großprojekte nach hinten schieben mussten. Aber seien sie versichert, das ist in Abwägung aller Möglichkeiten passiert und wir investieren so viel wie nie in das Thema Bildung. Nie war so viel Geld unterwegs um Schulen auszubauen, zu Ganztagsschulen zu machen oder gar neue Schulen zu errichten. Nie ist so viel ausgegeben worden für die Erweiterung unserer Kindertagesstätten oder deren Erneuerung. Darauf können sie sich auch im nächsten Jahr verlassen.

Worauf freue ich mich noch im kommenden Jahr? Nun, manches Mal hat man Gäste in der Stadt, das hat man 2019 erlebt, die man eigentlich gar nicht haben möchte. Im nächsten Jahr freue ich mich auf ganz viele Sportlerinnen und Sportler bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften Anfang Juni in Braunschweig. Die Qualifizierung für die olympischen Spiele. Spannende Sportwettbewerbe. Und jetzt freuen wir uns, dass wir mit Schwung in das neue Jahr 2020 gehen können, ich wünsche ihren Familien alles erdenklich Gute, und das, was sie sich vorgenommen haben, dass sie gesund in das neue Jahr kommen, Kraft tanken, dass wir die großen Aufgaben gemeinsam angehen können. Seien sie dabei, bringen sie sich ein. Ihnen und ihren Lieben alles Liebe."



Wer sich das Video auf der Facebook-Seite der Stadt Braunschweig anschauen möchte, kann das hier tun.

https://www.facebook.com/stadtbraunschweig/videos/2484251271703613/


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