Braunschweig. Im Januar fiel der Kessel des Biomasseheizkraftwerks bei BS Energy an der Hamburger Straße aus. War damit etwa die Wärmeversorgung in der Stadt in Gefahr? Offenbar nicht: Derartige Auswirkungen gab es nicht. Das ist der Hintergrund.
Der Ausfall des Kessels kam jetzt durch eine Anfrage der Grünen-Fraktion in der Ratssitzung der Stadt Braunschweig an die Öffentlichkeit. Die Grünen wiesen dabei auf die aktuelle Heizperiode und die stark gesunkenen Gasspeicherstände in Niedersachsen hin. In dieser Phase seien solche Ausfälle besonders kritisch zu bewerten. Die Stadtrats-Fraktion wollte daher unter anderem wissen, an wie vielen Tagen die Anlage ausgefallen war und welche Auswirkungen dieser Ausfall hatte – sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die CO2-Bilanz.
Redundante Infrastruktur: Plan B greift
In einer Stellungnahme von BS Energy, die als Antwort bei der jüngsten Ratssitzung verlesen wurde, erklärt der Versorger das Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) sei seit dem Kohleausstieg 2024 eine tragende Säule der Braunschweiger Energieversorgung. Umso wichtiger sei die von BS Energy vorgehaltene redundante Infrastruktur.
Ein Plan B also, der im Fall der Fälle verlässlich greift. Dieser habe wie geplant funktioniert: Die Versorgungssicherheit wurde so laut BS Energy während des Ausfalls durch flexible Kapazitäten (vor allem gasbetriebene Anlagen) lückenlos gewährleistet.
Das Biomasseheizkraftwerk sei den gesamten Dezember über im Betrieb gewesen – und auch darüber hinaus bis zum 18. Januar. Dann sei ein Schaden am Biomassekessel aufgetreten. Dieser wurde behoben – und am 5. Februar ging die Anlage wieder in Betrieb. Insgesamt sei sie 323 Betriebsstunden nicht verfügbar gewesen. Dem stehen 1.165 Betriebsstunden seit Anfang Dezember gegenüber.
Ausfall wirkte sich wirtschaftlich aus
Der Ausfall im Januar hatte allerdings andere Auswirkungen: Über die wirtschaftlichen Effekte werde BS Energy in den entsprechenden Gremien ausführlich berichten. Klar sei: "Es gibt großes Interesse seitens aller Verantwortlichen, dass die Ausfallzeiten und somit Ertragsverluste minimiert werden. Kurz- und langfristige Maßnahmen zur Steigerung der Verfügbarkeiten des BMHKW wurden und werden weiterhin intensiv verfolgt."
Zu den Auswirkungen des Kessel-Ausfalls auf die CO2-Bilanz der Fernwärmeversorgung berichtete BS Energy: Durch den vermehrten Einsatz der Redundanzanlagen zur Sicherung der Fernwärmeversorgung waren die CO2-Emissionen im betrachteten Zeitraum höher als im Regelbetrieb mit Biomasse. Solche technischen Ausfallszenarien seien jedoch in den Planungen des Versorgers berücksichtigt. Eine exakte tonnenscharfe Bilanzierung erfolge standardgemäß bei der Emissionsberichterstattung nach Abschluss des Geschäftsjahres.
