Braunschweig. Mit einer Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung hat das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig das Großprojekt HUMAN gestartet. Darin erforschen interdisziplinäre Teams die Wechselwirkungen zwischen Menschen sowie Bakterien und Viren, wie es in einer Pressemitteilung des HZI heißt. Gestern wurden die etablierten Gruppen dem Niedersächsischen Wissenschaftsminister Falko Mohrs und dem Vorstand der VolkswagenStiftung, Dr. Georg Schütte, vorgestellt.
Sechs international rekrutierte Nachwuchsforscher bauen derzeit neue Forschungsgruppen mit innovativen Ansätzen auf und bringen Spitzenforschung unter anderem aus Stanford, Stockholm und Wien nach Niedersachsen. Für das von Prof. Josef Penninger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI, geleitete Projekt stehen im Programm „zukunft.niedersachsen“ zunächst gut 32 Millionen Euro zur Verfügung, mit der Option auf eine Aufstockung auf bis zu 70 Millionen Euro nach erfolgreicher Zwischenevaluation.
Das ist HUMAN
Das Forschungsprogramm HUMAN (Human Microbe Alliance for Universal Health) zielt darauf ab, das Zusammenspiel zwischen Menschen und Mikroorganismen zu entschlüsseln, um langfristig die Diagnostik, Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten zu verbessern. Jeder Mensch ist während des gesamten Lebens einer Vielzahl ganz individueller Einflüsse ausgesetzt, die auf die gegenwärtige und künftige Gesundheit sowie die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten einwirken. Zudem beeinflussen Alter, Lebensweise, genetische, epigenetische und soziale Faktoren, das individuelle Immunsystem und eingenommene Medikamente die Interaktion mit Mikroben.
Leuchtturm für Forschung
Seit dem Start der ersten HUMAN-Nachwuchsgruppe im Mai 2025 hat das HZI bislang fünf weitere Forschungsgruppen einrichten und international herausragende Forschende für deren Leitung rekrutieren können. Zudem wurden Programme für forschende Ärztinnen und Ärzte integriert. Die Forschungsthemen der neuen Nachwuchsgruppen reichen von der Impfstoffentwicklung über die Pandemieprävention durch Zoonosenforschung bis hin zur Erforschung chronischer Schmerzen im Zusammenhang mit Infektionen.
„Im Programm zukunft.niedersachsen ist das Forschungsvorhaben HUMAN die bislang größte Einzelförderung. MWK und Stiftung etablieren hier gemeinsam einen Leuchtturm für Forschung mit nationaler und internationaler Sichtbarkeit – und einem unmittelbaren Nutzen für die Gesellschaft“, sagt Dr. Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung.

