Steuerhinterziehung: Hauptzollamt Braunschweig findet illegale Tankstelle

Nach einem anonymen Hinweis entdeckten Zollbeamte im Keller eines Hauses eine selbst hergestellte Betankungseinrichtung.

Die Tanks hatten ein Fassungsvermögen von insgesamt 3.200 Litern.
Die Tanks hatten ein Fassungsvermögen von insgesamt 3.200 Litern. | Foto: Hauptzollamt Braunschweig

Braunschweig/Göttingen. Vor etwa drei Wochen durchsuchte die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) Göttingen des Hauptzollamts (HZA) Braunschweig im Flecken Bovenden bei Göttingen ein Wohnhaus und stellte dort eine illegale Tankstelle fest. Das berichtet das HZA in einer Pressemitteilung vom heutigen Mittwoch.



Zuvor ging beim Zoll ein anonymer Hinweis ein, dass sich im Keller des Hauses eine selbst hergestellte illegale Betankungseinrichtung befinden soll. Illegal deshalb, da Heizöl (gekennzeichnetes Gasöl) als Kraftstoff für Fahrzeuge bereitgehalten und verwendet worden sei. Heizöl unterliegt nach dem Energiesteuergesetz einem günstigeren Steuersatz, wird zur Unterscheidung mit einem besonderen Farbstoff gekennzeichnet und darf nicht als Kraftstoff genutzt werden. Andernfalls handelt es sich um Steuerhinterziehung, die auch "Heizölverdieselung" genannt wird.

Fahrzeuge mit Heizöl betankt


Bei der Durchsuchung stellten die Zöllnerinnen und Zöllner vier Tanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 3.200 Litern fest, die noch zur Hälfte mit Heizöl gefüllt waren. Eine Ölheizung war jedoch nicht an die Tanks angeschlossen. Die Proben der Tankinhalte der zum Haushalt gehörenden Fahrzeuge bestätigten, dass diese kein Diesel, sondern das gekennzeichnete Gasöl enthielten.

Bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe


Noch vor Ort leitete der Zoll Steuerstrafverfahren ein, in denen nun ermittelt wird, wie viel Heizöl in der Vergangenheit bezogen wurde und ob möglicherweise auch eine Abgabe an Dritte erfolgt ist. Der Steuerschaden, der bereits während der Durchsuchung festgestellt werden konnte, beläuft sich auf über 1.600 Euro. Die Ermittlungen werden von der Strafsachen- und Bußgeldstelle des Hauptzollamts Braunschweig geführt und dauern an. Den Beschuldigten drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

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