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Stolperschwelle für Opfer des Nationalsozialismus an der TU angebracht

von Christina Balder



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22.07.2014


Braunschweig. Wo ein Stolperstein liegt, ist einer Person Unrecht geschehen. Vor der Treppe zum Altgebäude der Technischen Universität liegt seit Dienstagmittag eine Stolperschwelle. An diesem Ort, der damaligen Technischen Hochschule (TH), ist mehr als 50 Menschen Unrecht geschehen. Die Schwelle erinnert an Angehörige der Hochschule, die während des Naziregimes diskriminiert, von der Hochschule ausgeschlossen, verfolgt und ermordet wurden.

Auf Initiative der Hochschule und gemeinsam mit dem Verein "Stolpersteine für Braunschweig e.V." hat der Kölner Bildhauer Gunter Demnig die Stolperschwelle vor der Freitreppe verlegt. Sie trägt die Inschrift: "In Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus an unserer Hochschule - diskriminiert, entlassen, vertrieben, verfolgt, ermordet" und soll daran erinnern, welche Verantwortung heutige Generationen tragen.



"Die TU stellt sich ihrer Geschichte", sagte Dr. Jürgen Hesselbach, der Präsident der TU. Nun soll an der Treppe, an der sich die Hochschule der Nazi-Ideologie unterwarf, die Stolperschwelle daran erinnern, dass hier großes Unrecht geschehen ist. "Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass sich das nicht wiederholen darf", sagte Hesselbach, und fügte mit Blick auf den Krieg zwischen Gaza und Israel hinzu: "und an aktuellen Demonstrationen sieht man: Das Gedankengut ist nicht tot."

Die Opfer an der TH seien vor allem politische Opfer gewesen. "Wegen des Fächerangebotes waren hier relativ wenige Juden an der Hochschule", erzählt Michael Wettern, der zu der Geschichte der Hochschule zwischen 1930 und 1945 ein Buch geschrieben hat. "Aber Kommunisten und anderen missliebigen Personen hat man hier ohne Rechtsgrundlage die Lehraufträge entzogen, sie entlassen und verfolgt."

Oberbürgermeister Ulrich Markurth, der die Schirmherrschaft des Stolperstein-Vereins übernommen hat, sagte, er halte die Schwelle für eine bescheidene, aber würdevolle Form des Gedenkens. "Gerade an einem Ort der Bildung muss so etwas Platz haben, mitten in der Stadt." Er sei stolz auf die Universität, dass sie diesen Schritt gegangen sei.


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