Warnstreik an der TU Braunschweig angekündigt

Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi ruft im Rahmen der Länder-Tarifrunde am 28. Januar zu Warnstreiks an ausgewählten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Niedersachsen und Bremen auf.

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Braunschweig. Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi ruft im Rahmen der Länder-Tarifrunde am 28. Januar zu Warnstreiks an ausgewählten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Niedersachsen und Bremen auf. Darunter ist auch die Technische Universität Braunschweig, wie aus einer Pressemitteilung der Gewerkschaft hervorgeht.



In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder sollen Beschäftigte der Hochschulen, Studentenwerke und Forschungseinrichtungen am Mittwoch, 28. Januar, mit einem bundesweiten Branchenstreiktag den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. In Göttingen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Bremen ruft Verdi an diesem Tag an ausgewählte Hochschulen und Forschungseinrichtungen zum Warnstreik auf.

Das ist geplant


In Braunschweig findet um 11 Uhr eine Kundgebung auf dem Universitätsplatz der TU Braunschweig statt. Von 12:30 bis 13:30 Uhr folgt eine Demonstration durch die Innenstadt zum Platz der Deutschen Einheit.

„Beschäftigte aus dutzenden Hochschulen und Studierendenwerken setzen an diesem Tag ein starkes Zeichen in Richtung Arbeitgeber: Diese müssen sich bei den Tarifverhandlungen endlich bewegen“, sagt Ulrike Schilling, stellvertretende Fachbereichsleiterin. „Gerade in Zeiten großer technologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es eine starke Wissenschaft – dazu gehören gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.“

Das fordert Verdi


Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) habe auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein verbindliches Angebot vorgelegt. Verdi fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden.

Zudem will die Gewerkschaft erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt. „Wir sind die studentischen Beschäftigten der Hochschulen. Wir unterrichten, betreuen, organisieren, forschen – oft im Hintergrund, unsichtbar. Und trotzdem wird von uns erwartet, dass wir immer verfügbar, immer flexibel und immer engagiert sind. Das ist nicht fair“, sagt Amir, studentisch Beschäftigter an der TU Braunschweig.

Mindeststandards nicht eingehalten


In der letzten Tarifrunde habe Verdi eine sogenannte schuldrechtliche Vereinbarung erreichen können, die Mindeststandards bei Bezahlung, Vertragslaufzeiten und Stundenumfängen vorsieht. Diese würden jedoch nicht überall eingehalten und könnten nicht individuell juristisch durchgesetzt werden.

„Ich bin aktiv in der Tarifrunde, weil über 50 Prozent meiner Ausbildungsvergütung für Miete drauf geht und der Wocheneinkauf immer teurer wird. Deswegen fordern wir Azubis 200 Euro mehr für das nächste Jahr“, sagt Lou Friedel, Azubi im dritten Lehrjahr an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. „Schon jetzt gibt es vielerorts Probleme, freie Stellen zu besetzen. Die Hochschulen müssen als Arbeitgeber attraktiv sein, um ihre gesellschaftlich so wichtige Aufgabe zu erfüllen. Dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“