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Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Digitalisierung im Tourismus?



Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Digitalisierung im Tourismus?

Ein Forschungsprojekt des Instituts für Tourismus- und Regionalforschung der Ostfalia Hochschule stellt seine Ergebnisse vor

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Symbolbild Foto: pixabay

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Salzgitter. Im Rahmen der Corona-Forschung am Institut für Tourismus- und Regionalforschung der Ostfalia Hochschule ist ein Team um Prof. Dr. Ernst-Otto Thiesing in einer empirischen Untersuchung der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Digitalisierung im Tourismus hat. Hierzu wurden die Felder sowie der Stand der Digitalisierung im Tourismus untersucht. Außerdem sollte die Frage beantwortet werden, welchen Einfluss die Pandemie auf die Digitalisierung hat und welche fördernden und hemmenden Faktoren die Digitalisierung beeinflussen. Das berichtet die Ostfalia in einer Pressemitteilung.



Hintergrund der durchgeführten Untersuchung war die Beobachtung, dass es pandemiebedingt einen generellen Digitalisierungsschub in weiten Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft gab. Die Hypothese, dass dieses auch für die Tourismuswirtschaft zutrifft, sollte mithilfe einer empirischen Untersuchung überprüft werden. In der Zeit vom 13. bis 30. April 2021 wurden dazu 337 touristische Leistungsanbieter in Deutschland befragt; die Ergebnisse haben eine Genauigkeit von über 95 Prozent (Signifikanzniveau) bei einer Fehlertoleranz von unter 6 Prozent.


Die Befragung brachte folgende Ergebnisse hervor:

• Das Verständnis von Digitalisierung scheint nicht klar und eindeutig. Nur eine Minderheit versteht darunter noch das Ersetzen von analogen durch digitale Datenformate. Nur knapp ein Viertel teilt bereits das weite Verständnis von Digitalisierung als Megatrend, bei dem analoge Elemente des Geschäfts(-modells) durch digitale Anwendungen ersetzt werden. Zwei Drittel der Unternehmen bewegt sich in der Mitte zwischen diesen beiden Polen.
• Dieses Ergebnis kann so interpretiert werden, dass die touristischen Unternehmen entweder keine klare inhaltliche Vorstellung von Digitalisierung haben oder – positiv – sich auf einem Transitionspfad von analoger Wirtschaft hin zu digitaler Wirtschaft befinden.
• Digitalisierung wird in allen wirtschaftlichen Bereichen und Anwendungsfeldern als überwiegend wichtig angesehen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu.
• Nur knapp 30 Prozent liegen im Stand der Digitalisierung hinter ihren Erwartungen zurück; über 70 Prozent sind weiter als sie erwartet hatten oder auf dem erwarteten Stand.
• Bei 75 Prozent der Unternehmen hat Corona den Stand der Digitalisierung positiv beeinflusst.


• Mehr als drei Viertel der Unternehmen können bei der Digitalisierung mithalten und sehen sich auf der Gewinnerseite der Digitalisierung.
• Auf die Frage nach weiteren wichtigen Faktoren für die Digitalisierung haben die befragten Unternehmen keine der aufgelisteten Einflussgrößen als negativ für die Digitalisierung bewertet.
• Die Einstellung touristischer Unternehmen zur Digitalisierung wird von vier Faktoren geprägt:
1. Digitalisierung als genereller ‚Problemlöser‘ und Hoffnungsträger
2. Digitalisierung als Differenzierungsmerkmal zum Wettbewerb
3. Digitalisierung als Ursache von Verunsicherung
4. Corona als ‚Opportunität‘ oder Impulsgeber für die Digitalisierung

Diese Faktoren leisten einen Erklärungsbeitrag, in welchem Umfang und in welcher Intensität die Digitalisierung in der Tourismuswirtschaft voranschreitet.

• Der Stand der Digitalisierung in der Customer Journey sowie bei internen Prozessen macht deutlich, dass heute zwar schon ein gewisser Grad der Digitalisierung in allen Themenfeldern vorzufinden ist, jedoch für die Zukunft in allen Stationen der Customer Journey und auch der bei den internen Prozessen noch deutliches Entwicklungspotential für die Digitalisierung gesehen wird.
• Der Vergleich der Einschätzung der Pandemie im Jahr 2021 zum Vorjahr zeigt, dass in diesem Jahr ein noch höherer Anteil der Unternehmen die Pandemie als schwerwiegend einschätzt.
• Rückschauend betrachtet – nach einem Jahr Pandemie – sagen 86 Prozent der Unternehmen, dass die Pandemie deutlich oder etwas gravierender war beziehungsweise. ist als sie es erwartet hatten.
• Gleichzeitig allerdings ging die Akzeptanz der Maßnahmen von Bund und Landesregierungen deutlich zurück.
• Die Wahrscheinlichkeit von mit der Corona-Pandemie einhergehenden negativen persönlichen und privaten Folgen wurde jedoch zum jetzigen Zeitpunkt geringer eingeschätzt als im letzten Jahr zu Beginn der Corona-Krise.

Der ausführlichere Bericht zum Forschungsprojekt wurde auf der Internetseite des Instituts für Tourismus- und Regionalforschung veröffentlicht.


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