WUCAN im KufA Haus: Kraftvoller Rock und klare politische Ansage

WUCAN und Purple Rhino standen am Freitag im KufA Haus in Braunschweig auf der Bühne. Die beiden Bands sorgen mit ihren Auftritten für einen abwechslungsreichen Konzertabend.

WUCAN stand am Freitag im KufA Haus in Braunschweig auf der Bühne.
WUCAN stand am Freitag im KufA Haus in Braunschweig auf der Bühne. | Foto: @fotobully

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Braunschweig. „Ihr seid ja hier noch ein bisschen sicher, ne?“ Mit dieser Frage wandte sich WUCAN-Sängerin Francis Tobolsky am Freitagabend im Braunschweiger KufA Haus an ihr Publikum. Die Band kommt aus Dresden, und genau darauf spielte die Musikerin an. Wenig später kündigte sie den Song „Fette Deutsche“ an, mit dem sich WUCAN kritisch mit Rechtsextremismus und gesellschaftlichen Entwicklungen in Sachsen auseinandersetzen. Doch neben den deutlichen Worten gab es vor allem jede Menge Rockmusik, persönliche Erinnerungen an Braunschweig und ein neues Gesicht auf der Bühne.



Den Auftakt machten Purple Rhino aus Osnabrück. Die dreiköpfige Rockband besteht aus Christian an der Gitarre, Felix am Gesang und Bass sowie Tim am Schlagzeug. Seit Januar 2015 machen die drei gemeinsam Musik, wie Christian im Gespräch mit regionalHeute.de erzählte. Eine EP hat die Band bislang veröffentlicht.

Purple Rhino heizen dem Publikum ein


Den Auftakt machten Purple Rhino aus Osnabrück.
Den Auftakt machten Purple Rhino aus Osnabrück. Foto: @fotobully


Auf der Bühne suchten die Osnabrücker früh den Kontakt zum Publikum. „Seid ihr guter Stimmung hier?“, wollte die Band wissen. Die erste Reaktion schien noch nicht ganz den Erwartungen zu entsprechen, also wurde kurzerhand nachgefragt. „Habt ihr Bock auf ein bisschen Rockmusik? Habt ihr Bock, ein bisschen zu feiern?“, lautete die nächste Aufforderung.


Den Auftakt machten Purple Rhino aus Osnabrück.
Den Auftakt machten Purple Rhino aus Osnabrück. Foto: @fotobully


Für den neuen Song „Unrequited“ kündigten Purple Rhino schließlich einen „kleinen Taschenlampen-Feuerzeug-Moment“ an. Wer wollte, durfte etwas Leuchtendes hervorholen. Die Nummer sei noch nicht vielen bekannt, erklärte die Band vor dem Stück.


Ein neues Gesicht bei WUCAN


WUCAN zeigte auf der die Bühne, wie viel Energie in ihrer Musik steckt.
WUCAN zeigte auf der die Bühne, wie viel Energie in ihrer Musik steckt. Foto: @fotobully


Anschließend übernahmen WUCAN die Bühne – und zeigten, wie viel Energie in ihrer Musik steckt. Die Dresdner Band um Sängerin und Multiinstrumentalistin Francis Tobolsky verbindet Hardrock, Krautrock, psychedelische Klänge und progressive Elemente zu einer kraftvollen Mischung. Mal treibend, mal verspielt, mit markanten Gitarren und immer wieder überraschenden musikalischen Wendungen. Eine besondere Rolle spielt dabei Tobolskys Querflöte, die dem Stil der Band die Bezeichnung „Heavy Flute Rock“ eingebracht hat. Mit „Axioms“ veröffentlichte WUCAN 2025 ihr viertes Studioalbum.

In Braunschweig präsentierte sich die Band mit einer personellen Veränderung. Wer WUCAN regelmäßig verfolge, wisse vermutlich bereits Bescheid, erklärte Tobolsky. Neu an der Gitarre ist Lukas Badusche, der den bisherigen Gitarristen Tim George ersetzt.

WUCAN zeigte auf der die Bühne, wie viel Energie in ihrer Musik steckt.
WUCAN zeigte auf der die Bühne, wie viel Energie in ihrer Musik steckt. Foto: @fotobully


Ganz neu war Braunschweig für die Band dagegen nicht. Tobolsky erinnerte sich auf der Bühne an einen früheren Besuch im Jahr 2016. Damals sei eine Woche zuvor der Gitarrist Uli Jon Roth am selben Veranstaltungsort aufgetreten. Gemeinsam mit dem von ihr verehrten Musiker spielen durften WUCAN zwar nicht, dafür habe sie den damaligen Betreiber ausführlich über Roth ausgefragt.

„Schöne Erinnerung. Das war im Jahre des Herrn 2016“, erzählte Tobolsky und bedankte sich dafür, nun erneut in Braunschweig auftreten zu dürfen.

Klare Worte vor „Fette Deutsche“


WUCAN zeigte auf der die Bühne, wie viel Energie in ihrer Musik steckt.
WUCAN zeigte auf der die Bühne, wie viel Energie in ihrer Musik steckt. Foto: @fotobully


Neben der energiegeladenen Musik und den persönlichen Anekdoten wurde es auch politisch. Vor dem Song „Fette Deutsche“ sprach Tobolsky die Herkunft der Band aus Dresden an. „Ihr wisst, wo wir herkommen, oder? Und da gibt's so ein paar Leute, die mögen wir nicht so“, erklärte sie dem Publikum.

Der Hintergrund des Stücks reicht einige Jahre zurück. Bereits 2022 erläuterte Tobolsky in einem Interview mit dem Musikmagazin Classic Rock, dass sich „Fette Deutsche“ insbesondere mit den Ereignissen von 2018 in Chemnitz beschäftigt. Nach einem tödlichen Messerangriff war es dort zu rechtsextremen Aufmärschen und rassistischen Übergriffen gekommen.

Die Sängerin berichtete damals auch von persönlichen Berührungspunkten der Bandmitglieder mit Rechtsextremismus und der Querdenker-Bewegung in ihrem familiären Umfeld. Gemeinsam mit dem damaligen Schlagzeuger Philipp Knöfel hatte sie den Text verfasst.

In Braunschweig brauchte Tobolsky nicht viele Worte, um deutlich zu machen, dass die Botschaft des Songs für WUCAN weiterhin aktuell ist.