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Breitbandoffensive: Stadt treibt Netzausbau voran



Salzgitter

Breitbandoffensive: Stadt treibt Netzausbau voran

von Alexander Panknin


Der Ausbau des Internetnetzes beschäftigt die Verwaltung. Symbolfoto: Alexander Panknin
Der Ausbau des Internetnetzes beschäftigt die Verwaltung. Symbolfoto: Alexander Panknin Foto: Alexander Panknin

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Salzgitter. Die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Beraterfirma OFP zu Zustand und Ausbaumöglichkeiten des Breitbandnetzes im Stadtgebiet sind nahezu abgeschlossen. Die wesentlichen Inhalte sowie weitere Planungen wurden nun veröffentlicht.



Im Laufe des Projektes wurden unter Zugrundelegung aller ermittelten Daten zwei Cluster mit Privatanschlüssen gebildet, die eine NGA (Next Generation Access) -Unterversorgung (sogenannte weiße Flecken, Versorgung unter 30 Mbit/s) vorweisen:
Das Cluster West und das Cluster Ost. Im Cluster West gibt es demnach 35 unterversorgte Haushalte und im Cluster Ost 1.967.


Ferner seien vier NGA-unterversorgte Gewerbe- und Industriegebiete ermittelt worden. Hierbei handelt es sich um:

das Gewerbegebiet Fuchsbach
das Industriegebiet Watenstedt-Ost
das Industriegebiet Beddingen und


die KMU-Area Engelnstedt

Hier sind zurzeit 82 unterversorgte Hauseinheiten betroffen.


Ausbaumöglichkeiten


Grundsätzlich gäbe es zwei Modelle für die sogenannte Breitbandförderung: das Betreiber- und dasWirtschaftlichkeitslückenmodell.

Ersteres impliziert, dass die Stadt selbst als Eigentümer des Netzes auftritt. Bei den rund 2.000 anzuschließenden Haushalten und dem überproportionalen Mehrkostenbedarf würde diese Möglichkeit ausscheiden.

Demnach bliebe nur das zweite Modell, bei dem ein Netzbetreiber mit ins Spiel kommt und etwaige Mehrkosten durch Förderungen abgedeckt werden sollen.

Verschiedene Varianten


Besonders was die Finanzierung eines Ausbaus anbelangt, müsse die Stadt genau kalkulieren. Es werden von der Verwaltung drei Varianten vorgeschlagen, darüber soll der Rat bald entscheiden.

Variante 1:
Hiernach würde das gesamte Stadtgebiet Salzgitter (sämtliche Cluster) ausgebaut. Diese Variante sieht eine Förderung durch Bundes- und Landesmittel vor, ohne das Angebot der Deutschen Telekom zu berücksichtigen. Kosten:1.100.000 Euro.

Variante 2:
Nach der zweiten Variante würde dasgesamte Stadtgebiet Salzgitter (sämtliche Cluster) unter Berücksichtigung des Angebotes der Deutschen Telekom ausgebaut werden. Bei dieser Variante würden die Fördermittel vom Bund und vom Land kombiniert werden, jedoch wäre der eigenwirtschaftliche Ausbau der Telekom im Cluster Ost zu berücksichtigen. Kosten: 281.000 Euro.


Variante 3:
Diese Variante sieht vor, für das Cluster West keinen Förderantrag zu stellen und den Ausbau dort nicht voranzutreiben, da es sich lediglich um 35 Haushalte handelte. Es ist mit einer Wirtschaftlichkeitslücke von rund 800.000 Euro nur sehr kostenintensiv zu erschließen, da die einzelnen weißen Flecken sehr weit auseinander lägen und eine Versorgung mit Glasfaser für Telekommunikationsunternehmen nicht wirtschaftlich darstellbar wäre. Das Cluster Ost sowie die vier Gewerbegebiete sollen nach dieser Variante ausgebaut werden. Kosten: 170.000 Euro.

Verwaltung empfiehlt letzte Variante


Vor dem Hintergrund vorstehender Ausführungen wird die Verwaltung die Variante 3 weiter verfolgen, auch mit dem Blick auf die Tatsache, dass nach den Bundes-Förderrichtlinien nämlich nur (neben Förderbedarf, Projekterfolg und Nachhaltigkeit) ein effizienter Mitteleinsatz (sogenanntes Scoring) förderwürdig sei. Gerade im Cluster West sei wegen der hohen Anschlusskosten nicht davon auszugehen, dass der Mitteleinsatz als effizient bewertet werden wird.

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte sei Variante 3 die wirtschaftlichste Möglichkeit, eine nahezu flächendeckende Breitbandversorgung zu gewährleisten. Die Kosten mit rund 170.000 Euro für die Stadt wärenvor dem Hintergrund, dass eine zeitgemäße Breitbandversorgung ein wesentlicher Standortvorteil sei, vertretbar. Vor einer definitiven Umsetzung solldem Rat der Stadt Salzgitter zu gegebener Zeit eine entsprechende Vorlage zur Beschlussfassung vorgelegt werden.


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