Region. Am Dienstag kam es in Wolfenbüttel zu einer für einen Jugendlichen lebensgefährlichen Situation. Laut Bundespolizei lief er auf den Bahnschienen, als sich ein Zug näherte. Nur durch eine Notbremsung konnte ein Unglück verhindert werden. Dieses Beispiel für Fehlverhalten nimmt die Bundespolizei zum Anlass für eine eindringliche Warnung. Der Aufenthalt auf Gleisen ist nicht nur lebensgefährlich sondern auch strafbar.
Zu gleich zwei dieser gefährlichen Vorfälle kam es am Dienstag. Einer ereignete sich in der Region Hannover, der zweite in Wolfenbüttel. Ein Triebfahrzeugführer bemerkte auf Höhe der Bahnbrücke über die Oker in Wolfenbüttel mehrere Jugendliche. Eine der Personen befand sich mit Kopfhörern auf den Schienen. Nach ersten Erkenntnissen erschrak sich die Person bei der eingeleiteten Schnellbremsung und flüchtete unerkannt und unverletzt vom Tatort.Trotz einer großangelegten Fahndung mit Unterstützung eines Hubschraubers konnte der Hauptverursacher bisher nicht gefasst werden. Die Polizei griff im Nahbereich lediglich zwei Jugendliche auf und ermittelt nun, ob diese mit dem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr in Verbindung stehen.
Bundespolizei warnt
Die Bundespolizei warnt alle Personen vor dem leichtsinnigen Aufenthalt in den Gleisen. Züge im Bahnverkehr können oft sehr schwer erkannt und gehört werden. Ein Bremsvorgang bei voller Fahrt kann unter Umständen mehrere hundert Meter lang sein. Leichtsinniges Fehlverhalten kann neben strafrechtlichen Konsequenzen im schlimmsten Fall zu schweren Verletzungen oder dem Tod führen. Wer Gleise unbefugt überschreitet oder sich unbefugt innerhalb der Gleise aufhält, macht sich strafbar.
Züge – eine unterschätzte Gefahr
Die Bundespolizei appelliert: Seien Sie stets achtsam, wenn Sie sich an Orten aufhalten, wo sich Züge bewegen. Denn Züge durchfahren Bahnhöfe und Haltepunkte mit Geschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern. Durch den entstehenden Luftsog können unmittelbar an der Bahnsteigkante befindliche Gegenstände in Bewegung geraten. Zudem können sie Hindernissen nicht ausweichen und haben einen sehr langen Bremsweg. Sie nähern sich fast lautlos. Ein elektrisch betriebener Zug – selbst mit über 200 Stundenkilometern – ist für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt. Züge fahren zudem auch außerhalb des ausgehängten Fahrplanes und können ein Gleis in beide Richtungen befahren. Gleise dürfen nur an ausgewiesenen Stellen überquert werden.
Gleise sind kein Fotostudio
Die Bundespolizei warnt außerdem davor, Gleise als fotografisches Motiv zu verwenden. Dies gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Personen, die zu Werbezwecken fotografieren. Denn hierbei werden ebenfalls oft Personen auf Bahnanlagen dargestellt. So kann zum Beispiel der Eindruck entstehen, dass sich auf Bahngleisen sorglos balancieren lässt.
Ein solches Verhalten ist leichtsinnig und kann zu tragischen Unfällen führen .
