whatshotTopStory

Chemiealtlast Florentz: Fachfirmen bergen 332 Fässer

Die Sanierung der Fassfunde aus der Chemiealtlast Florentz auf dem Gesamtstandort Morgenstern ist abgeschlossen.

Bei einem Besuch im Mai erläutert Walter Lükewille vom Ingenieurbüro IUP-Umtec Landrat Thomas Brych die Vorgehensweise bei der Bergung der kontaminierten Fässer.
Bei einem Besuch im Mai erläutert Walter Lükewille vom Ingenieurbüro IUP-Umtec Landrat Thomas Brych die Vorgehensweise bei der Bergung der kontaminierten Fässer. Foto: Landkreis Goslar

Artikel teilen per:

09.10.2020

Goslar. Die Sanierung der Fassfunde aus der Chemiealtlast Florentz auf dem Gesamtstandort Morgenstern ist abgeschlossen. Insgesamt wurden 332 Fässer, von denen keines mehr intakt war, geborgen. Landrat Thomas Brych ist zufrieden mit dem Verlauf der Maßnahme, gibt in diesem Zusammenhang aber auch zu bedenken, dass die früher getätigten Aussagen, sämtliche Fässer seien geborgen worden, somit nachweislich wiederlegt werden konnten. Dies teilt der Landkreis Goslar in einer Pressemitteilung mit.



„Mit der Bergung der Fässer haben wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sanierung und Sicherung des Gesamtstandortes Morgenstein geleistet. Die Anzahl der Fässer macht jedoch deutlich, dass die Verlautbarungen der Verantwortlichen aus früheren Zeiten schlichtweg falsch waren. Auch wir waren von der aufgefundenen Menge überrascht. Unsere historischen Recherchen gingen von rund 100 Fässern aus. Dass es am Ende weit über 300 sind, damit hatten wir nicht gerechnet“, erläutert der Chef der Goslarer Kreisverwaltung.

Der ursprüngliche Sanierungsplan, mit zwei Baugruben die in der Machbarkeitsstudie identifizierte Zone 4 von den kontaminierten Fässern zu beräumen, wäre im Laufe der Maßnahme erweitert worden. „Im Randbereich der zweiten Baugrube war deutlich zu erkennen, dass sich die Florentzschicht im nördlichen Bereich weiter erstreckt, als anhand der historischen Recherche angenommen. Aus der nördlichen Baugrubenwand stachen weitere Fassreste hervor, weshalb wir uns entschieden haben, eine dritte Baugrube auszuheben“, so Landrat Thomas Brych.

Dieser Schritt habe am Ende natürlich auch eine Kostensteigerung zur Folge gehabt, wobei der Landrat betont, dass dies von Beginn an so kommuniziert wurde: „Bereits bei der ersten Vorstellung unserer Pläne, hat die untere Bodenschutzbehörde deutlich gemacht, dass wir nicht einfach aufhören, wenn weitere Fässer im Randbereich der Baugruben erreichbar sind. Dieser Fall ist letztlich eingetreten.“ Die Kosten für die Bergung der Fassfunde würden sich auf 3,4 Millionen Euro belaufen. Als nächste Schritte bei der Deponie- und Altlastensanierung würden ab Frühjahr 2021 die abschließende Abdichtung der restlichen Deponiefläche und ab etwa August 2021 die Sanierung des Betriebsgeländes auf dem Gesamtstandort Morgenstern, welche im Jahr 2022 fertiggestellt wird, anstehen.


zur Startseite