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ChemieNetzwerk Harz beantragt Landesförderung



Goslar

ChemieNetzwerk Harz beantragt Landesförderung


Im Juli des vergangenen Jahres wurde das „ChemieNetzwerk Harz“ vorgestellt. Nun wurde ein Antrag auf Fördergelder in Höhe von 200.000 Euro gestellt. Archivfoto: Anke Donner
Im Juli des vergangenen Jahres wurde das „ChemieNetzwerk Harz“ vorgestellt. Nun wurde ein Antrag auf Fördergelder in Höhe von 200.000 Euro gestellt. Archivfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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Landkreis. Vertreter der beteiligten Unternehmen, aus Politik und regionaler Wirtschaftsförderung erläuterten kürzlich die aktuellen Entwicklungen rund um das ChemieNetzwerk Harz. Aktueller Anlass war das Einreichen des Förderantrags an die NBank Anfang Februar.

Wird der Antrag positiv beschieden, bedeutet dies einen Beitrag des Landes Niedersachsen zum Netzwerk in Höhe von 200.000 Euro über die kommenden drei Jahre. Das gesamte Projektvolumen für diesen Zeitraum beträgt rund 500.000 Euro, die für die Finanzierung des Netzwerkmanagements sowie ergänzende Sachleistungen zur Verfügung stehen. Die Differenz von ca. 300.000 Euro bringen die künftigen Netzwerkmitglieder auf. Das sind in erster Linie die aktuell 28 Unternehmen, darunter die H.C. Starck GmbH, die Heubach GmbH, die Grillo Zinkoxid Gmbh oder Rockwood Lithium. Dazu kommen namhafte Hochschulen der Region wie die TU Clausthal oder die Ostfalia Wolfenbüttel.


Landrat Thomas Brych, der das Netzwerk auf politischer Ebene unterstützt, verweist auf den gesamtwirtschaftlichen Nutzen für die Region: „Neben der in unserer Region traditionell starken Tourismus- und Gesundheitswirtschaft spielt die chemische Industrie eine Schlüsselrolle für unsere Region.“ Die Unternehmen der chemischen-metallurgischen Industrie im Landkreis Goslar generieren jährlich eine Wertschöpfung von über einer Milliarde Euro – das entspricht etwa einem Drittel der gesamten Wertschöpfung in der Region. Die Branche beschäftigt im gesamten Landkreis aktuell über 5.000 Mitarbeiter. „Aufgrund dieser Bedeutung kann es nur gut und richtig sein, wenn die Unternehmen der chemischen Industrie dieses Netzwerk gründen, ihre Kräfte bündeln und zukunftsträchtige Ansätze gemeinsam verfolgen“, so Brych.

Enge Zusammenarbeit


Wie diese Ansätze ganz konkret aussehen können, erläutert Robin Kohlhoff, Geschäftsführer der Chemitas GmbH und über die letzten Monate Projektverantwortlicher für das ChemieNetzwerk Harz: „Wir müssen einerseits über kooperative Ansätze und in enger Zusammenarbeit mit der TU Clausthal neue technologische Verfahren und Produkte entwickeln, um darüber neue Märkte zu erschließen. Andererseits gilt es aber auch, die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen an vielen Stellen zu intensivieren. Ich denke dabei beispielsweise an Themen wie Fachkräfteaustausch zwischen Unternehmen, Organisation einer betriebsübergreifenden Ausbildung, gegenseitige Unterstützung im Marketing und Vertrieb, Zusammenführung logistischer Dienstleistungen, gemeinschaftliche Energienutzung oder auch Aufbau eines gemeinsamen Fachkräftemarketings“.

Christian Brieke, Werkleiter der Rockwood Lithium und einer der Initiatoren des Netzwerks, benennt deutlich die aktuellen Entwicklungen, denen das Netzwerk mit einer gemeinsamen Strategien entgegentreten will: „Wir sind uns klar darüber, dass wir vor sehr großen Herausforderungen stehen. Auf vergleichsweise hohe Energie- und Lohnkosten, aufwändige Genehmigungsverfahren und zunehmenden Fachkräftemangel müssen die Unternehmen der Region kreative und innovative Antworten finden, um sich auch weiterhin erfolgreich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Das Chemienetzwerk Harz kann hierzu einen ganz wichtigen Beitrag leisten.“ Dr. Jörg Aßmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co. KG (WiReGo), war maßgeblich an der Vorbereitung des Förderantrags beteiligt und kennt die nächsten Schritte: „Ich gehe davon aus, dass es aufgrund der Komplexität des Antrags ca. zwei bis drei Monate bis zur Entscheidung dauern kann. Im Falle einer positiven Entscheidung wird es dann aber schnell gehen. Nach der geplanten Gründung des ‚ChemieNetzwerk Harz e.V.‘ und personeller Besetzung des Netzwerkmanagements kann die konkrete Sacharbeit im Netzwerk sofort beginnen. Dabei kommt uns zu Gute, dass wir bereits jeweils zehn Innovations- und Kooperationsprojekte unter Mitwirkung der TU Clausthal identifiziert und damit eine fundierte Arbeitsbasis haben“.


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