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Christenverfolgung: Oesterhelweg droht mit Kirchenaustritt



Christenverfolgung: Oesterhelweg droht mit Kirchenaustritt

von Thorsten Raedlein


Foto: Thorsten Raedlein




Werlaburgdorf. Landtagsabgeordneter Frank Oesterhelweg ist für seine direkte Art bekannt. In einem Brief an Landesbischof Dr. Christoph Meyns und die Mitglieder der Landessynode zur Lage der Christen in Syrien und im Irak nimmt er ebenfalls kein Blatt vor den Mund. Er kritisiert die Passivität der Kirche und droht sogar mit Austritt.

"Ich muss Ihnen ehrlich eingestehen, dass ich diese Haltung unserer Kirchen nicht mehr verstehen kann und wirklich über einen Austritt aus „meiner“ Kirche nachdenke. Ich finde es beschämend, dass die christliche Gemeinschaft offensichtlich nicht in der Lage, schlimmstenfalls gar nicht bereit ist, sich für Glaubensbrüder in anderen Teilen der Welt einzusetzen. Während Privatleute bzw. private Aktionen Hilfe leisten, ist hier eine Zurückhaltung festzustellen, die ich nicht mehr nachvollziehen kann", betont Oesterhelweg.



Die Lage der Christen in Syrien und im Irak sei mehr als ernst. "Wir beobachten hier einen Vernichtungsfeldzug, dem tausende Christen zum Opfer fallen, die ermordet, verschleppt, vergewaltigt, misshandelt werden. Kulturgüter werden zerstört, Religion und Geschichte werden aus dem Gedächtnis der Menschheit entfernt", erklärt er. Inzwischen seien viele Flüchtlinge aus den betreffenden Gebieten auch in Deutschland angekommen, teilweise unterstützt von bereits hier lebenden Verwandten aus den Gebieten der Türkei, Syriens und des Irak. "Die Flüchtlinge und ihre Verwandten in Deutschland fragen sich: warum hilft niemand? Wo bleibt die Reaktion der freien westlichen Welt, der Nato, der EU, Deutschlands? Aber vor allem fragen sie sich: wo bleibt die Reaktion der Glaubensbrüder, der christlichen Kirchen in Deutschland?"

Während viele Kirchengemeinden vor Ort, so auch in seiner Heimatgemeinde Werlaburgdorf, aktive Hilfe leisteten, um die Flüchtlinge zu betreuen, schweige die Amtskirche zu den ungeheuerlichen Vorfällen in den betroffenen Ländern. Warum werde kein gesellschaftlicher/politischer Druck ausgeübt? Warum werde nicht öffentlich und mit allem Nachdruck auf die Lage der Christen hingewiesen? Warum würden die deutschen Kirchen insgesamt nicht einen Teil ihres Vermögens einsetzen, um Christen aus den betreffenden Regionen den Transfer nach Deutschland zu ermöglichen? "Wenn die Christen nichts für Christen tun – wer denn sonst?", so Oesterhelweg.


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