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Coronavirus: Darum ist Singen so gefährlich

Chöre haben immer noch Zwangspause. Bei steigenden Neuinfektionszahlen will das Land frühzeitig reagieren.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

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11.05.2020

Hannover. Am heutigen Montag traten in Niedersachsen einige Lockerungen der geltenden Corona-Beschränkungen in Kraft (regionalHeute.de berichtete). Wie die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, in einer Pressekonferenz berichtete, gebe es aber Bereiche, in denen es vorerst beim Alten bleibe. Neben Veranstaltungen und Indoor-Sport zum Beispiel in Fitness-Centern dürften auch Chöre noch nicht wieder proben und auftreten.


Dies habe mit den Corona-Aerosolen zu tun, die beim Ausatmen in die Luft geschleudert würden. Unter normalen Umständen würden diese etwa 1,5 Meter bei Sport zwei Meter weit fliegen. "Beim Singen entsteht aber ein derartiger Luftdruck, dass die Aerosole bis zu 30 Meter weit geschleudert werden können", erklärte Claudia Schröder. Deswegen dürfe auch in den Kirchen noch nicht wieder gesungen werden. Bei Chören käme noch das Problem dazu, dass es schwierig sei, die akustischen Anforderungen mit den erforderlichen Mindestabständen in Einklang zu bringen.

Wann müssen die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden?


Und auf solche Grundlagen wie den Mindestabstand, die Maskenpflicht und die Hygienevorgaben komme es in den Zeiten der erweiterten Lockerungen besonders an, so Schröder. Sollten die Zahlen der Infizierten wieder steigen, wolle man rechtzeitig reagieren. Dabei sei die vom Bund ausgegebene Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage in einer Kommune nur der allerletzte Warnschuss. Schon bei einem Wert von 30 bis 35 Neuinfektionen wolle man Maßnahmen prüfen. Entscheidend sei, ob man dem Anstieg ein Ereignis oder einen konkreten Ort zuordnen könne. Dann könnten gegebenenfalls auch gezielte Maßnahmen greifen. Andernfalls müssten die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden.

Der sogenannte R-Wert, mit dem angezeigt wird, wie viele andere Personen ein mit Corona-Infizierter durchschnittlich ansteckt, sei auch in Niedersachsen in den letzten Tagen gestiegen. Dies habe man im Blick, wolle es aber auch nicht überbewerten. Da die Gesamtzahl der Neuinfektionen relativ gering sei, würde auch der R-Wert größeren Schwankungen unterliegen.


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