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Corona-Tests an Krankenhäusern: "Flickenteppich bringt Patienten und Ärzte in Gefahr"

Der Marburger Bund kritisiert die unterschiedlichen Standards an den verschiedenen Krankenhäusern. Fast jeder vierte, in einem niedersächsischen Krankenhaus neu aufgenommene Patient werde nicht auf eine SARS-CoV-2-Erkrankung getestet.

 „Die geltenden Regelungen bringen Patienten und Mitarbeitende in den Krankenhäusern in Gefahr“, kritisiert der Marburger Bund. Symbolbild.
„Die geltenden Regelungen bringen Patienten und Mitarbeitende in den Krankenhäusern in Gefahr“, kritisiert der Marburger Bund. Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

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13.10.2020

Hannover. Angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen fordert der Marburger Bund Niedersachsen einheitliche sinnvolle Teststrategien für alle Patienten in niedersächsischen Krankenhäusern zu etablieren. In Hannover hänge es beispielsweise davon ab, in welchem Krankenhaus ein Patient zur Behandlung einer Erkrankung aufgenommen wird, ob ein Test überhaupt stattfinde. Das kritisiert der Marburger Bund in einer Pressemitteilung.



„Wir halten die aktuelle Situation für nicht akzeptabel. Pflegekräfte und Ärzte müssen sich vielerorts immer noch dem Risiko aussetzen, eine mit Covid-19 infizierte Person zu behandeln, ohne dies zu wissen und die nötigen Schutzmaßnahmen ergreifen zu können“, verdeutlichte Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Die geltenden Regelungen bringen Patienten und Mitarbeitende in den Krankenhäusern in Gefahr.“

"30 Prozent der Patienten werden nicht getestet, obwohl sie Symptome aufweisen"


Eine Befragung des Marburger Bundes Niedersachsen unter ausgewählten Mitgliedern legt nahe, dass fast jeder vierte, in einem niedersächsischen Krankenhaus neu aufgenommene Patient nicht auf eine SARS-CoV-2-Erkrankung getestet wird. Unter Notfallpatienten würden mancherorts fast 30 Prozent der Patienten nicht getestet, obwohl sie Symptome aufwiesen.

„Wir brauchen sinnvolle Mindeststandards, die eine Testung aller auf Intensivstationen oder aller stationär aufgenommenen Patienten beinhalten“, verlangt Andreas Hammerschmidt, Zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. Mindestens Beschäftigte in Risikobereichen wie Notaufnahmen oder Intensivstationen müssten regelmäßig getestet werden. In diesem Zusammenhang fordert Hammerschmidt eine Kostenübernahme der Tests: „Es kann nicht sein, dass ein Teil der Mitarbeitenden einen Test selbst bezahlen muss.“

Schutzausrüstung fehlt immer noch


Die Ausstattung mit Schutzausrüstung hat sich seit einer ersten Befragung zu Beginn der Pandemie zwar verbessert. Noch immer gaben jedoch über 20 Prozent der Befragten an, nicht über ausreichend Schutzausrüstung zu verfügen. Vor allem an FFP-Masken und Schutzanzügen fehle es.


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