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Dachbegrünung und Photovoltaik - Die Zukunft der Wartehäuschen in Salzgitter?

Der Umwelt- und Klimaausschuss der Stadt Salzgitter berät in seiner Sitzung über das Vorhaben.

von Julia Fricke


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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05.10.2020

Salzgitter. Buswartehäuschen in der Zuständigkeit der Stadt Salzgitter, die neu aufgestellt oder ersetzt werden, könnten schon bald mit einem begrünten Dach und zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Darüber berät der Umwelt- und Klimaausschuss der Stadt Salzgitter in seiner Sitzung am morgigen Dienstag. Der Rat der Stadt Salzgitter hatte die Verwaltung gebeten ein hierzu Konzept zu erstellen. Insbesondere sollten dabei die zu erwartenden Herstellungs- und Folgekosten dargestellt werden. Auch ein Konzept für die Pflanzung von Bäumen in der Nähe von den Wartehäuschen sollte erstellt werden, wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht.



Derzeit verfüge die Stadt über 134 Wartehäuschen. 95 davon sind zweiteilig, 22 dreiteilig. Bei den restlichen 17 handele es sich nicht um Stahl/Glaskonstruktionen. 99 Wartehäuschen würden sich um Besitz der Deutschen Städtemedien Ströer befinden, womit es in Summe eine Gesamtzahl von 233 Wartehäuschen im Stadtgebiet gebe.

Der Grundpreis eines Wartehäuschens ohne Dachbegrünung liege laut einem Angebot, dass der Verwaltung vorliegt, für ein zweiteiliges Häuschen bei 5.600 Euro. Die Mehrkosten für die Dachbegrünung würden 2.012 Euro kosten. Der Grundpreis für ein dreiteiliges Häuschen würden bei 7.700 Euro liegen, wobei sich die Mehrkosten für eine Dachbegrünung dabei auf 2.445 Euro belaufen würden. Die Kosten für die Umrüstung bereits bestehender Häuschen auf ein Gründach liege bei 3.830 Euro für die zweiteiligen und bei 4.675 Euro für die dreiteiligen Wartehäuschen. Würden alle Wartehäuschen umgerüstet werden, würde dies eine Summe von 466.700 Euro ergeben.

Die Pflege der Gründächer müsse zweimal im Jahr erfolgen, um das Dach von Sämlingen und Laub zu befreien. Auch die Pflege eines Gründaches müsse vor der Anschaffung mit bedacht werden. Diese verursache pro Stück zirka 150 Euro pro Jahr. Bei einer Umrüstung aller Wartehäuschen würde sich ein Aufwand in Höhe von 17.550 Euro pro Jahr ergeben.

Zusätzliche Photovoltaikanlagen


Neben der Dachbegrünung könnten die Häuschen ebenfalls mit einer Photovoltaikanlage nachgerüstet werden. Dabei würden Kosten in Höhe 2.800 Euro entstehen, was sich bei einer Umrüstung aller Häuschen auf 327.200 Euro belaufe. Hinzu würden gegebenenfalls Kosten für die Akkus kommen, denn bei einer Photovoltaikanlage mit Akku sei zu beachten, dass die Haltbarkeit des Akkus zurzeit im Regelfall bei zirka fünf Jahren liege. Danach müsse ein neuer Akku angeschafft werden, welcher zirka 300 Euro koste.

Dennoch gebe es ein Problem im Betrieb der Photovoltaikanlagen, denn es sei nicht sicherzustellen, dass die Wartehäuschen die gesamte Nacht hindurch beleuchtet sein werden, wie es weiter in der Vorlage heißt. Dies sei abhängig vom Betriebszustand des Akkus sowie von der Sonnenscheindauer und -intensität. Vor allem im Winter könnte es dazu kommen, dass gerade in den Morgenstunden keine Beleuchtung mehr zur Verfügung stehen könnte. Bislang sei die Beleuchtung der Wartehäuschen mit der Straßenbeleuchtung gekoppelt.

Keine Bäume in der Nähe von Wartehäuschen


Von der Pflanzung eines Baumes zur Klimaverbesserung in der Nähe der Wartehallen werde von der Verwaltung abgeraten, da die Bäume eine möglich zukünftige Photovoltaikanlage nicht überschatten sollten. Ebenso könnte der Baum seine Samen und Laub auf das Gründach übertragen. Darüber hinaus würde das Pflanzen eines Baumes Kosten von insgesamt 3.250 Euro verursachen, was bei einer Pflanzung an jedem Wartehäuschen zu Kosten von 380.250 Euro führen würde. Diese Kosten werden von der Verwaltung als "im Verhältnis sehr hoch" eingeschätzt. Effektiver, klimafreundlicher und wirtschaftlicher sei das Pflanzen von Baumgruppen auf sonstigen Nebenflächen.

Finanzierung - Welche Gelder kommen infrage?


Wie es weiter in der Beschlussvorlage heißt, sei eine Förderung der Begrünung von Wartehallendächern laut Mitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH vom 4. Mai ausgeschlossen. Eine grundsätzliche Fördermöglichkeit der Dachbegrünung von Buswartehäuschen bestehe jedoch über die Niedersächsische Bingo Umweltstiftung. Bei Kosten von 466.700 Euro entscheide über einen solchen Förderantrag der Umweltrat und das Kuratorium der Stiftung. Der Eigenanteil der Stadt Salzgitter sollte nach den Förderrichtlinien der Stiftung mindestens 15 Prozent der förderfähigen Kosten sein.

Eine Voraussetzung für die Stellung eines Förderantrages sei die gesicherte Finanzierung des Projektes. Haushaltsmittel stünden aktuell für die Maßnahmen nicht zur Verfügung. Die Beantragung von Fördermitteln sei daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Die Entscheidung über das Vorhaben trifft der Rat der Stadt Salzgitter in seiner Sitzung am 28. Oktober.


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