Darum setzt Jägermeister jetzt auf neue Flaschen

Ab März werden 14 Millionen 0,7-Liter-Flaschen in der NextGen Furnace Hybrid-Schmelzwanne bei Ardagh Glass Packaging in Obernkirchen hergestellt.

Die Flaschen erkennt man an der Prägung im Boden.
Die Flaschen erkennt man an der Prägung im Boden. | Foto: Felix Albertin

Wolfenbüttel. Jägermeister stellt nach eigenen Angaben als erster Spirituosenhersteller auf eine CO2-reduzierte Serienproduktion seiner grünen Glasflaschen um: Ab März werden 14 Millionen der bekannten 0,7-Liter-Flaschen in der NextGen Furnace Hybrid-Schmelzwanne bei Ardagh Glass Packaging in Obernkirchen hergestellt. Das berichtet Mast-Jägermeister SE in einer Pressemitteilung.



Erste Auswertungen zeigten, dass sich die CO2-Emissionen im Herstellungsprozess pro Flasche im Vergleich zur konventionellen Glasherstellung damit um 60 Prozent reduzieren lassen. Diese Angaben basieren auf einer ersten, fachlich geprüften Analyse der initialen Produktion grüner Jägermeister-Flaschen; eine abschließende Verifizierung stehe noch aus.
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"Ein wichtiger Hebel"


„Mit dem Übergang in den dauerhaften kommerziellen Serienbetrieb wird aus einer technologischen Innovation ein verlässlicher Bestandteil unserer Lieferkette – und somit ein wichtiger Hebel für die Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele“, sagt Carsten Doliwa, Vice President Procurement bei Mast-Jägermeister SE. Und diese Hebel seien für Jägermeister strategisch nicht unerheblich: Rund 30 Prozent der Emissionen entstünden bei der Flaschenherstellung, mehr als 90 Prozent insgesamt in der Lieferkette.

So entsteht eine Jägermeister-Flasche in der NextGen Technologie.
So entsteht eine Jägermeister-Flasche in der NextGen Technologie. Foto: Felix Albertin


Bis 2030 will das Unternehmen die Emissionen aus Primärverpackungen um 50 Prozent senken. Umgesetzt werde das Ganze durch ein innovatives Verfahren des langjährigen Partners Ardagh Glass Packaging-Europe. Das Unternehmen hat eine neue Schmelzwanne entwickelt, die mit 42 Bodenelektroden arbeitet und sich somit grundlegend von konventionellen Glasschmelzöfen unterscheidet.

Joris Goossens, R&D Project Manager bei Ardagh Glass Packaging Europe, der diese neue Technologie mitentwickelt hat, erklärt: „Die NextGen Furnace Technologie ist ein Meilenstein für die Glasindustrie, weil rund 60 Prozent der eingesetzten Energie aus Strom aus vollständig erneuerbaren Quellen stammen. Sie zeigt zugleich, dass elektrisch unterstütztes Schmelzen die Qualitätsanforderungen einer industriellen Glasproduktion im großen Maßstab erfüllt.“