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"Das Land lässt uns im Stich“ - Landkreis Gifhorn klagt über Impfstoff-Mangel

Nicht nur eine zusätzliche Lieferung werde verweigert, auch die reguläre solle nur noch alle zehn Tage stattfinden. Eine Impfpause von einer Woche würde entstehen.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Rudolf Karliczek

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14.01.2021

Landkreis Gifhorn. Schon seit geraumer Zeit ist der Landkreis Gifhorn in Niedersachsen trauriger Spitzenreiter was die Höhe des Inzidenz-Wertes angeht. Daher hatte der Landkreis auch um eine zusätzliche Impfstoff-Lieferung gebeten. Bereits am Dienstag hatte die Landesregierung im Rahmen einer Pressekonferenz diesem Ansinnen wenig Aussicht auf Erfolg zugesprochen (regionalHeute.de berichtete). Doch nun kommt es noch schlimmer. Offenbar soll die reguläre Impfstofflieferung künftig nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch alle zehn Tage erfolgen. Das teilt der Landkreis Gifhorn in einer Pressemitteilung mit.



Seitens der Gifhorner Kreisverwaltung habe man seit Ende letzter Woche zusätzlichen Impfstoff vom Land Niedersachsen gefordert. Der Landkreis Gifhorn habe auch auf mehrfache Nachfrage beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung immer noch keine Antwort darauf erhalten, ob noch in dieser Woche zusätzliche Impfdosen zur Verfügung gestellt würden. Dafür erreichte den Landkreis Gifhorn am Mittwoch die Mitteilung über die Impfstofflieferungen für die kommende Woche. Laut dieser Planung würde der Landkreis Gifhorn erst wieder am Freitag, 22. Januar, 975 Impfdosen erhalten und nicht wie sonst üblich bereits am Montag. "Statt sich also um eine doppelte Impfstoff-Charge für den Landkreis Gifhorn zu kümmern, verlängert das Land Niedersachsen jetzt sogar das Lieferintervall von sieben auf zehn Tage", klagt der Landkreis.

Zehn-Tage-Rhythmus stellt Planungen auf den Kopf



Für den Landkreis Gifhorn sei das ein großes Problem, da die bisherigen Impfstofflieferungen jeweils innerhalb kürzester Zeit verimpft worden seien. Zudem habe der Landkreis Gifhorn die Verimpfung durch die mobilen Impfteams so organisiert, dass der letzte Impfstoff direkt vor Eintreffen der neuen Charge verimpft werde, damit keine Impfpause entsteht. Nun scheine es allerdings so, dass der Landkreis Gifhorn künftig in größeren Abständen die gleiche Menge an Impfstoff vom Land Niedersachsen erhalte. In dem Schreiben des Sozialministeriums von Mittwoch ist für den Landkreis Gifhorn ein Zehn-Tage-Rhythmus vorgesehen. Das würde die bisherigen Planungen des Landkreises Gifhorn, die Alten- und Pflegeheime möglichst schnell durch zu impfen, behindern. Denn, wenn nun auch noch weniger Impfstoff als geplant zur Verfügung stehe, könnten die mobilen Impfteams maximal noch am Samstag, 16. Januar, impfen.

Impfteams sechs Tage handlungsunfähig


Es sei aus Sicht der Kreisverwaltung unverantwortlich, dass bei dieser aktuellen Planung des Sozialministeriums die mobilen Impfteams des Landkreises Gifhorn für sechs Tage handlungsunfähig sein werden. Denn nach diesem Samstag wäre es erst wieder möglich, am darauffolgenden Samstag, 23. Januar, fortzufahren. Landrat Dr. Ebel habe deshalb gestern Ministerin Reimann persönlich angeschrieben und dringend um eine positive Rückmeldung gebeten. In dem Schreiben mahnte Landrat Dr. Andreas Ebel, dass ihm die Unterstützung des Landes zum Schutz der Bevölkerung fehle.

Landrat Dr. Andreas Ebel wiederholt seine Forderung an das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: „Wir müssen unbedingt zu dem Lieferintervall von sieben Tagen zurückkehren. Darüber hinaus fordere ich für den Landkreis Gifhorn eine zusätzliche Lieferung von Impfstoff, um neben den Alten- und Pflegeheimen auch die Kliniken im Landkreis Gifhorn schnellstmöglich mit Impfstoff zu versorgen. Sollte das Land unserer Forderung von Anfang dieser Woche nicht nachkommen, können wir nicht an unserem Ziel festhalten, nächste Woche die Erstimpfung in allen Einrichtungen abzuschließen. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, wie das Land Niedersachsen agiert. Wir haben bedauerlicherweise immer noch die höchste Inzidenz in ganz Niedersachen. Das Land lässt uns im Stich. “


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