Region. Das Eis taut, der Schnee ist weg, Frühblüher stecken ihre Köpfe aus der Erde: Mit steigenden Temperaturen erwacht auch der Gartenteich langsam aus seiner Winterruhe. Als wichtiger Lebensraum für Fische, Amphibien und Insekten sollte er behutsam in die neue Saison starten dürfen. Daher brauchen Teichbesitzer vor allem eines: Geduld. Darüber informiert der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. in einer Pressemitteilung.
Nach den frostigen Wintermonaten wollen viele Gartenbesitzer im Frühjahr direkt das ökologische Gleichgewicht ihres Teichs wiederherstellen. Genau davor warnen Experten: Auch wenn die ersten sonnigen Tage locken, sollte man nicht zu früh mit den Arbeiten am Gartenteich beginnen. „Erst wenn die Wassertemperatur dauerhaft über zehn Grad liegt, beginnt das biologische Leben im Teich wieder richtig zu arbeiten“, erklärt Gartenteich-Experte Harro Hieronimus. „Kommen gut gemeinte Eingriffe zu früh, kann das die natürlichen Prozesse stören. Der Teich braucht Zeit, sich selbst zu regulieren.“
Die ersten Schritte
Sobald die Wassertemperaturen stabil im zweistelligen Bereich liegen, sind folgende Schritte angesagt:
1. Wasserqualität prüfen und schonend eingreifen
Der erste Blick sollte dem Zustand des Wassers gelten. Trübes Wasser ist im Frühjahr keine Seltenheit, da sich Algen schneller vermehren als andere Mikroorganismen. Chemische Mittel sind meist nicht notwendig – stattdessen helfen Teilwasserwechsel sowie das Entfernen von Laub oder abgestorbenen Pflanzenteilen, die sich den Winter über angesammelt haben. Durch winterliche Niederschläge kann zudem der pH-Wert zu gering und instabil sein. Mit einem Tropftest aus dem Fachhandel kann man dann die Karbonathärte prüfen und bei weniger als 4 Grad Karbonathärte mit einem ebenfalls im Handel erhältlichen Mittel aufhärten. Das stabilisiert das Teichwasser zum Wohl aller pflanzlichen und tierischen Bewohner.
2. Technik kontrollieren und reinigen
Auch die Teichtechnik verdient nach dem Winter eine gründliche Prüfung und Reinigung. Pumpen, Filter und Beleuchtung sollten vorsichtig gesäubert und ihre Funktion getestet werden. „Es empfiehlt sich, Filtermaterial mit Teichwasser auszuspülen, um die natürlichen Bakterien zu erhalten. Diese sind entscheidend für eine stabile Wasserqualität. Wer sie entfernt, riskiert damit eine Störung des biologischen Gleichgewichts“, erklärt der Experte.
3. Pflanzenpflege für Sauerstoff im Wasser
Eine zentrale Rolle für einen ökologisch stabilen Gartenteich spielen die Pflanzen. Sie sorgen für Sauerstoff und bieten Teichbewohnern Schutz und Plätze zum Laichen. Winterharte, robuste Wasserpflanzen treiben im Frühjahr von allein wieder aus, abgestorbene Pflanzenteile können zurückgeschnitten werden. Neue Pflanzen reagieren dagegen sensibler auf Umweltbedingungen und sollten erst eingesetzt werden, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
4. Fische behutsam aus der Winterruhe holen
Fische, die im Teich überwintert haben, haben für diese Zeit ihre Körperfunktionen heruntergefahren. Auch für sie gilt die Grundregel: Geduld. Die Tiere starten langsam und werden aktiv, wenn die Wassertemperatur stabil über zehn Grad bleibt. Erst dann wird gefüttert. „Zu frühes oder zu reichliches Futter belastet das Wasser unnötig mit Nährstoffen. Im Frühjahr ist weniger erst einmal mehr“, betont Hieronimus. „Hochwertiges, leicht verdauliches Futter unterstützt hier mehr als große Nahrungsmengen.“
5. Teichrand und Uferzonen prüfen
Nicht zuletzt sollten Teichbesitzer das direkte Umfeld ihres Gartenteichs prüfen. Folien, Steine oder Uferbefestigungen können sich über die Wintermonate verschoben haben. Werden kleine Schäden schon jetzt ausgebessert, lassen sich Probleme im weiteren Jahresverlauf häufig vermeiden.

