Deshalb bleiben die Apotheken am Montag zu

Patienten wird geraten, dies bei der Planung der Arzneimittelversorgung zu berücksichtigen.

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Symbolbild | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Region. Am Montag, 23. März, bleiben die Apotheken in Niedersachsen geschlossen. An diesem Tag erfolgt lediglich eine Notfallversorgung über die notdiensthabenden Apotheken. Der Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) rät deshalb den Patientinnen und Patienten in einer Pressemitteilung, den Protesttag bei der Planung ihrer Arzneimittelversorgung zu berücksichtigen.



Hintergrund ist der bundesweite Protesttag der Apotheken vor Ort. Im Rahmen der Proteste ruft der LAV an dem Tag außerdem zu einer zentralen Kundgebung in Hannover auf. „Am 23. März protestieren wir Apothekerinnen und Apotheker mit unseren Teams in Hannover für den Erhalt der qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort“, sagt Dr. Mathias Grau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV. „Die Apotheken bleiben deshalb geschlossen. Die Akutversorgung wird aber über die notdiensthabenden Apotheken garantiert. Patientinnen und Patientinnen insbesondere mit chronischen Erkrankungen sollten dies deshalb besonders im Blick haben und gegebenenfalls zu einem anderen Zeitpunkt ihre Rezepte einlösen“.

Werden Apotheken kaputtgespart?


Hauptgrund des Protests der Apothekerschaft ist das seit Jahren stagnierende Honorar bei gleichzeitig stark gestiegenen Kosten. Dr. Grau erklärt: „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Erhöhung des Apothekenhonorars versprochen. Mit unserem Protest unterstützen wir unsere Regierung, die Anpassung sofort vorzunehmen. Wir werden es nicht zulassen, dass die Apotheken kaputtgespart werden!“

Dem Druck nicht gewachsen


Seit 2013 seien die Apothekenvergütung nicht angepasst worden. Dabei seien die Kosten in diesen 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen. Viele Apotheken könnten diesem Druck nicht mehr standhalten und müssten schließen. Auch die Übernahme einer Apotheke oder Neugründung werde für junge Apothekerinnen und Apotheker zunehmend unattraktiver.

„Wir brauchen finanzielle Stabilität und Planungssicherheit, damit auch junge Apothekerinnen und Apotheker den Schritt in die Selbstständigkeit gehen und die Arzneimittelversorgung vor Ort in Zukunft sicherstellen. Auch deshalb protestieren wir am 23. März in Hannover“, sagt Dr. Grau.