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Diabassteinbruch Huneberg: Weitere Naturzerstörung droht


Der Steinbruchbetrieb am Huneberg soll um ein neues Abbaufeld mit 50 Hektar Größe erweitert werden. Symbolfoto: pixabay
Der Steinbruchbetrieb am Huneberg soll um ein neues Abbaufeld mit 50 Hektar Größe erweitert werden. Symbolfoto: pixabay Foto: pixabay

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28.08.2019

Bad Harzburg. Die Harzer Pflastersteinbrüche Telge & Eppers planen, den Steinbruchbetrieb am Huneberg um ein neues Abbaufeld mit 50 Hektar Größe zu erweitern. Das berichten BUND und NABU in einer Pressemitteilung und befürchten eine weitere Naturzerstörung.


Das Abbaugebiet liegt aktuell in den Wasserschutzgebieten Bad Harzburg und Granetalsperre (Radau-Überleitung) und ist im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet für Trinkwassergewinnung ausgewiesen. Dieses Thema steht auf der Tagesordnung des Umweltausschusses des Landkreises Goslar am Donnerstag.

Schon heute sei dieser Steinbruch einer der flächenmäßig größten Natureingriffe im gesamten Westharz. Nunmehr soll der Bruch um weitere 50 Hektar vergrößert werden – und das in schutzwürdige Lebensräume und sogar in ein Wasserschutzgebiet hinein. "Und der Landkreis Goslar will am morgigen Tage sogar schon in vorlaufendem Gehorsam seine Zustimmung erklären", so BUND und NABU.

"Von langer Hand vorbereitet"


Die Erweiterung des Steinbruchs sei bereits seit mehreren Jahren von langer Hand vorbereitet. "Gutachten weisen – wie fast immer – nach, dass die früher getroffene Abgrenzung von Wasserschutzgebieten falsch und zu großzügig war. Warum kommt eigentlich kaum mal ein Gutachter zu der Auffassung, dass die Abgrenzung "genau richtig" oder "zu klein" war?", fragen die Umweltverbände. Und dass in Zeiten des Klimawandels eine Stadt wie Bad Harzburg auf solche Wasservorkommen, die jetzt geopfert werden sollten, angewiesen sein könnte? Denn eine derzeit nicht in Betrieb befindliche Trinkwasserentnahmestelle im Riefenbachtal werde seitens der beteiligten Verwaltungen plötzlich als "bedeutungslos" und "nicht erforderlich" erklärt – weil sie dem Steinbruch im Wege stehe.

Als nächstes werde die relevante Wasserschutzgebiets-Verordnung geändert und dann im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung der Nachweis geführt, dass die Erweiterung umweltverträglich ist.

Beim Abbau werde weiterhin Asbest freigesetzt


Die Steinbrucherweiterung verspreche mittelfristig die Sicherung einer überschaubaren Zahl von Arbeitsplätzen sowie die Bereitstellung von Baumaterialien für die Fortsetzung von Landschaftszerstörungen und Bodenversiegelung durch Straßenbau und sonstige Bauvorhaben. Beim Abbau werde weiterhin Asbest freigesetzt. Die Staub- und Lärmbelastung auf der B 4 auch in der Kurstadt Bad Harzburg bleibe zumindest noch jahrzehntelang bestehen. Der weitere Abbau behindere gleichzeitig das Recycling, das weltweit stark forciert werde, denn nun seien ja weitere Gesteinsmengen günstig zu kaufen.

Derzeit könne die Stadt Bad Harzburg in den meisten Jahren ihren Trinkwasserbedarf noch unabhängig und in kommunaler Selbstverwaltung aus eigenen Quellen sichern. In sehr regenarmen Jahren wie zuletzt 2018 müssten aber auch die Harzburger Stadtwerke bereits Wasser von den Harzwasserwerken zukaufen, um die eigenen Brunnen zu schützen. Im Hinblick auf den Klimawandel sei zu erwarten, dass der Bedarf an Trinkwasser auch in Bad Harzburg ansteige und bei versiegenden Quellen immer schwerer zu decken sein werde. "Trotzdem soll nun die Steinbrucherweiterung oberhalb des Riefenbachtals, das Hauptversorgungsgebiet der Stadt, vorangetrieben werden und eine bereits vorhandene Entnahmestelle geopfert anstatt als Reserve ausgebaut werden?", fragen BUND und NABU abschließend.


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