whatshotTopStory

Die Mad Dukes entwickeln ein Bier für die Region

von Nino Milizia


Christian Thönebe, Patrice Theuring und Marcel "Hotti" Hotopp sind die Mad Dukes (von links). Foto: Privat Foto: Privat

Artikel teilen per:

08.11.2016

Wolfenbüttel. Am 2. November startete das Crowdfundingprojekt der Mad Dukes aus Wolfenbüttel. Wir trafen zwei der drei Dukes zu einem Gespräch über Braukunst, verständnisvolle Ehefrauen und die Problematik von Anglizismen wie Crowdfunding.



Crowdfunding. Das Wort beschreibt eine Finanzierungsform, bei der viele Menschen (meist über das Internet) zu einer finanziellen Beteiligung an einem Projekt aufgerufen werden. Für diese Beteiligung gibt es immer einen Gegenwert in Form von zum Beispiel Sachleistungen. Das Wort beschreibt aber auch ziemlich gut den Begriff Traumerfüllung. Denn genau darum geht es bei den Mad Dukes. Drei fest in Wolfenbüttel verwurzelte junge Männer, die ihre Liebe zur Bierbrauerei entdeckten und die Schwelle von 10.500 Euro erreichen wollen, um endlich das flüssige Gold brauen zu können, von denen schon so viele in Wolfenbüttel sprechen.

Vom kleinen Kochtopf auf dem Herd zum großen Braukessel im Keller



Dank einer groß angelegten Werbekampagne bei Facebook und Youtube werden Marcel Hotopp, Christian Thönebe und Patrice Theuring bereits auf der Straße erkannt und immer wieder gefragt, wann es ihr Bier endlich zu kaufen gebe. Und obwohl es den Jungs in den Fingern juckt, muss die alte Waschküche noch vollends in ihre angestrebte High-Tech-Brauküche verwandelt werden, müssen Kapazitäten geschaffen werden, um den Durst der Bierromantiker der Region stillen zu können. 3.300 haben sie in wenigen Tagen erreicht und sie sind sich sicher, dass sie bald starten werden. Aber in welchem Maße ist noch offen. Das erste Schwellenziel würde etwa 300 Liter im Monat ermöglichen, bei der Traumsumme von 30.000 wäre gar eine Produktion auf Lager möglich. Aber so weit wollen sie noch gar nicht denken. Zu frisch ist noch die Erinnerung an die tapsigen, ersten Gehversuche, als noch im kleinen Kochtopf gerührt wurde. In den letzten 18 Monaten wurde bisher ein Rezept für ein Weizenbier kreiert, an einem Pilsrezept wird noch geschraubt, die Fertigstellung sei jedoch ganz nah. Anschließend sollen dann auch verrückte Craftbiersorten entwickelt werden. Schokolade, Melone, Karamell. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

"Die Menschen sollen sich mit der Marke identifizieren können"



[image=5e176b44785549ede64d8318]

Doch was macht die Mad Dukes so einzigartig? Vielleicht liegt es an der Art, wie sie die Leute mitnehmen. Von Anfang an ist ihre Produktion transparent. Im Internet wird ihre Geschichte in Bildern erzählt. Hier der Brauprozess, da unser neues Label und hier unser erstes Video, in dem wir euch von unserem Traum erzählen. Und sie haben dabei ganz klare Vorstellungen: "Wir wollen nicht das 101. seelenlose Bier im Supermarkt schaffen, sondern eine Marke, bei der die Leute wissen, was sie bekommen und was drin ist. Nämlich natürliche Rohstoffe von Jungs aus der Region, die Bock haben etwas mit anderen aus der Region aufzubauen. Uns geht es nicht um Gewinne."

Dennoch ist aus dem Ganzen viel mehr als nur ein Hobby geworden. Termine mit Behörden, Werbung und so vieles mehr. Gebrauchte Bierflaschen reinigen sie selbst in stundenlanger Handarbeit mit einem Akkubohrer, kleben ihre Etiketten auf, die sie selbst designt haben. Gegenwärtig versuchen sie, sich in ein Pfandsystem einzukaufen, welches sie erst noch lernen müssen zu verstehen. Ohne das Verständnis ihrer Frauen wäre das gar nicht möglich. Neben ihren Jobs und der Brauerei gibt es schließlich auch noch die Familie. Zum Glück stoßen sie hier auf die volle Unterstützung ihrer Lieben und dürfen ihrer großen Leidenschaft nachgehen.

Was ist bitte dieses komische Krautfanding?



Jetzt müssten eigentlich nur noch die ganzen Bierbegeisterten verstehen, was sich hinter dem schon eingangs erwähnten
Wörtchen Crowdfunding verbirgt. Gerade die älteren Semester, die das Projekt der Mad Dukes über alle Maßen loben, wissen oft nicht, wie sie den verrückten Lokalpatrioten helfen können.

Also kurz an dieser Stelle eine Hilfestellung: www.startnext.com/maddukes/ besuchen, sich die Dankeschöns anschauen und das Projekt mit einer selbstgewählten Summe unterstützen. Und dann schon bald das Bier der Region trinken.

https://www.youtube.com/watch?v=-BfyPjXXbvk


zur Startseite