Salzgitter. Ein Amok-Alarm an einer Schule in Salzgitter-Fredenberg sorgte gestern für einen Großeinsatz der Polizei (wir berichteten). Unter den zahlreichen Beamten stach eine Gruppe von besonders ausgerüsteten Kräften heraus: ausgestattet mit Helm, schusssicherer Weste, teilweise sogar mit Maschinenpistolen – kurioserweise aber ab der Hüfte abwärts in Freizeitkleidung unterwegs. Die offenbar sechsköpfige Gruppe speziell ausgebildeter Polizisten trug zum Beispiel Jeanshosen. Fast alle hatten Turnschuhe an den Füßen. Das Erscheinungsbild wirkte etwas durcheinander gewürfelt. Dafür gibt es aber eine einfache Erklärung.
Bei der Gruppe handelte es sich übrigens nicht um ein Spezialeinsatzkommando, das SEK, wie teilweise berichtet und in den sozialen Online-Netzwerken diskutiert wurde. Es war ein Mobiles Einsatzkommando, wie Malte Jansen, Pressesprecher der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel auf Nachfrage von regionalHeute.de erklärt. (Mehr zum Unterschied zwischen SEK und MEK).
Spezialkräfte suchen das Gebäude ab
Auch das MEK ist eine Spezialeinheit der Polizei. Diese besonders geschulten Beamten kamen für den Einsatz teilweise von der Polizeidirektion Braunschweig, teilweise aber auch von anderen Polizeidirektionen. Weiter ins Detail gehen wollte der Pressesprecher in diesem Fall nicht. Beim Amok-Einsatz in Salzgitter waren diese Polizisten unter anderem dafür zuständig, das Schulgebäude abzusuchen und den Bereich drumherum abzusichern.
Maschinenpistole im Anschlag und mit Turnschuhen an den Füßen – so suchte die Spezialeinheit der Polizei die Schule ab. Foto: Rudolf Karliczek
Der Sprecher erklärt auch den besonderen "Dresscode" dieser Polizisten während des Einsatzes in Salzgitter. "Das ist der Alarmierungssituation geschuldet", sagt Jansen. Die speziell ausgebildeten Einsatzkräfte seien teilweise aus der Bereitschaft heraus alarmiert worden. Helme und Sicherheitswesten seien dann schnell angelegt. Hosen und Schuhe dagegen umzutauschen – das würde zu lange dauern. "Unten rum" waren diese Polizisten also tatsächlich in Privatkleidung unterwegs. "Das ist daher auch nicht zwingend einheitlich." In solchen Fällen, so Jansen, "geht Schnelligkeit vor Aussehen."
