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„Digital dabei“ – Forschung in Niedersachsen und Südafrika



Wolfenbüttel

„Digital dabei“ – Forschung in Niedersachsen und Südafrika


Trafen sich an der Nelson Mandela Universität in Port Elisabeth: Prof. Dr. Ludger Kolhoff (Ostfalia), Natalie Mansvelt (Nelson Mandela University), Uwe Hiltner (Lebenshilfe Niedersachsen und Genossenschaft der Werkstätten Nord), Prof. Louise Stroud, Dr. Aldene Luck und Prof. Dr. Zoleka Soji (Nelson Mandela University). Foto:  Ostfalia Hochschule
Trafen sich an der Nelson Mandela Universität in Port Elisabeth: Prof. Dr. Ludger Kolhoff (Ostfalia), Natalie Mansvelt (Nelson Mandela University), Uwe Hiltner (Lebenshilfe Niedersachsen und Genossenschaft der Werkstätten Nord), Prof. Louise Stroud, Dr. Aldene Luck und Prof. Dr. Zoleka Soji (Nelson Mandela University). Foto: Ostfalia Hochschule

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Port Elisabeth/Wolfenbüttel. An der Fakultät Soziale Arbeit der Ostfalia Hochschule wurde nach eigenen Angaben mit „Digital dabei“ ein Forschungsprojekt auf den Weg gebracht, das den Bildungsbedarf von Menschen mit Beeinträchtigung in Niedersachsen und in der Provinz Eastern Cape in Südafrika erfassen soll.



Partner des Projekts sind die Lebenshilfe Niedersachsen, die Nelson Mandela University und das Eastern Cape Disability Economic Empowerment Trust in Südafrika. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen unterstützt.

Am vergangenen Mittwoch trafen sich Vertreter der Partnereinrichtungen aus Niedersachsen und Südafrika an der Nelson Mandela Universität in Port Elisabeth. Im Focus dieses Treffens standen die Ergebnisse einer Bildungsstudie, die Projektleiter Prof. Dr. Ludger Kolhoff von der Fakultät Soziale Arbeit der Ostfalia in den Jahren 2016 und 2017 durchgeführt hat. Erforscht wurde der Bildungsbedarf von Menschen mit Beeinträchtigung in Norddeutschland. Folgende Themengebiet wurden dabei erfasst: Digitale Medien (Soziale Netzwerke, Umgang mit Software, …), Umgang mit Geld (Vermeidung von Schulden, Wertigkeit des Geldes, Sparen, …), Soziale Kompetenzen (Freundschaft und Partnerschaft, Umgang mit Konflikten, Umgang mit Behörden, …), Arbeit und Bildung (Bewerbungen schreiben, Außenarbeitsplätze, Umgang mit Arbeitsgeräten, …), Freizeit und Wissen (Informationen über regionale Angebote, über Tiere und Pflanzen, Fremdsprachen lernen, …), Selbstständigkeit (Mobilität, Haushaltsführung, Reisen, …), Gesundheit und Ernährung (Gesunde Ernährung, Kochen leicht verständlich, Umgang mit Stress, …).


Weiterhin wurden digitale Bildungsangebote wie Erklärvideos und digitale Selbstlerneinheiten von Professor Kolhoff, Ostfalia, Uwe Hiltner, Vorstand der Lebenshilfe Niedersachsen, und der Genossenschaft der Werkstätten Nord präsentiert, die im Forschungslab „digital dabei“ der Ostfalia und der Genossenschaft der Werkstätten Nord eigens für die Zielgruppe Menschen mit Beeinträchtigung entwickelt wurden.

Kulturellen und gesellschaftlichen Dialog


Im Gegenzug wird nun die Nelson Mandela University eine ergänzende Bildungsstudie in Südafrika erstellen. Es soll der spezielle Bildungsbedarf von Menschen mit Beeinträchtigung im Eastern Cape erfasst werden. Die Basis für dortige Bildungsangebote sollen die in Niedersachsen entwickelten sein, die übersetzt werden. Weiterhin sollen eigene Bildungsangebote entwickelt werden. 

„Das Projekt ‚Digital dabei‘ trägt nicht nur zur beruflichen Qualifizierung von Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Inklusion bei, sondern fördert auch den kulturellen und gesellschaftlichen Dialog sowie die Aus- und Weiterbildung in Deutschland und Südafrika. Durch den Austausch zwischen den Ländern wird globales Lernen gefördert und neue Perspektiven in der Weiterbildung geschaffen“, sagt Professor Kolhoff.

Die Umsetzung der Weiterbildungsangebote in digitaler Form bietet für die Nutzerinnen und Nutzern entscheidende Vorteile. Sie können beispielsweise in ländlichen Gebieten ohne Verkehrsanbindung eingesetzt werden – ein dichtes Netz an Mobilfunkgeräten in Südafrika wie Deutschland macht es möglich. Zudem können die Angebote speziell an die Bedürfnisse von Menschen mit sensorischen Einschränkungen angepasst oder in leicht verständlicher Sprache aufbereitet werden. So soll ein leichtes Lernen ermöglicht werden und die Selbstständigkeit der Nutzerinnen und Nutzer auch im Alltag erhöht werden.


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