DONNERstag: Gnadenlose Kassen-Drängler

Immer DONNERstags gibt es jetzt Geschichten unserer Redakteurin Anke Donner, wie sie nur das Leben schreiben kann. Situationen, wie sie einem im Alltag manchmal einfach vor die Füße fallen und die einen zum Lachen, Weinen und Staunen bringen, oder schier an den Rand des Wahnsinns treiben.

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Drängler rammen einem den Einkaufswagen auch gerne mal in den Hintern.
Drängler rammen einem den Einkaufswagen auch gerne mal in den Hintern. | Foto: Anke Donner

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Zeit ist knapp und bei vielen vermutlich auch Geld. Kann ich ja schon irgendwie verstehen. Doch Maßregelungen an Supermarktkassen finde ich blöd. Vor allem, wenn dazu der Einkaufswagen benutzt wird.



Jeder von uns hat sicher schon ungeduldig mit einem Liter Milch oder einem Brot in der endlosen Schlange im Supermarkt gestanden. Und immer dann, wenn man sich entschieden hat, an die Kasse mit der kürzeren Schlange zu wechseln, ist dort just in dem Moment, wo man dran ist, garantiert die Bonrolle leer. Was mich zugegebenermaßen auch dann und wann innerlich fluchen lässt.

Gnadenlose Kassen-Drängler


Beschleunigen kann man diesen Prozess aber nun mal leider nicht. Auch nicht, wenn der Hintermann mit dem Einkaufswagen droht und auch nicht davor zurückschreckt, ihn als Waffe einzusetzen. Beispielsweise, um ihn dem Vordermann gnadenlos direkt in die Hacken oder gegen das Hinterteil zu rammen.

Am liebsten sind mir persönlich ja die "Querdrängler". Das sind die, die sich unbemerkt seitlich in die Schlange quetschen und dann mit einem erstaunten Blick über die Schulter fragen, ob man angestanden hätte. Das geantwortete "Ja" wird dann aber dennoch geflissentlich ignoriert oder mit den Worten "ich habe nicht viel" quittiert.

Und dann gibt es da auch noch die klassischen Kassen-Vordrängler. Ich habe ja nichts dagegen, Kunden, die nur ein Teil in der Hand haben und nett fragen, den Vortritt zu lassen. Ich freue mich auch jedes Mal, wenn mich jemand vorlässt. Dreiste Drängler, die sich mit einer Strumpfhose oder einem Päckchen Butter mit den Worten: „'tschuldigung, aber ich habe keine Zeit“, einfach vordrängeln, finde ich nicht so lustig. Woher will derjenige denn wissen, ob ich nicht auch in Eile bin.

Neulich beim Einkaufen hatte es ein älterer Herr offenbar besonders eilig. Als ihm der kurze Kassenplausch zwischen Kassiererin und Kundin - der ja irgendwie zum Dorfleben dazugehört - eindeutig gegen den Strich ging, hielt er damit auch nicht lange hinterm Berg. Mit der Frage, ob sie dann bald mal fertig seien, auf ihre Verfehlung aufmerksam gemacht, beendeten die Damen sofort ihr Gespräch und der Herr wurde abkassiert. Nur um wenig später mit seinem leeren Einkaufswagen den Parkplatz zu blockieren, weil er vermutlich mit einem weiteren Herren, ebenfalls mit leerem Einkaufswagen, über den letzten Skatabend schnacken musste.

Ich blicke schon mit etwas Sorge auf die bevorstehenden Einkaufsorgien vor den Feiertagen. Zu Zeitmangel und genereller Ungeduld kommt auch noch der übliche Vorweihnachtsstress hinzu. Eine explosive Mischung, die ich hoffentlich ohne Blessuren überstehen werde.

Einen schönen DONNERstag, wünscht Ihnen

Ihre Anke Donner


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