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Donnerstagsvortrag: "Vom Dorf zum Stadtteil"



Braunschweig

Donnerstagsvortrag: "Vom Dorf zum Stadtteil"


An der TU findet am 6. April der nächste Donnerstags-Vortrag statt. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Braunschweig. Der nächste Vortrag des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig findet am Donnerstag den 6. April 2017 19 Uhr statt.



Der Vortrag steht unter dem Thema "Vom Dorf zum Stadtteil" - 35 Jahre Kulturverein Wenden-Thune-Harxbüttel und die Eingemeindung nach Braunschweig 1974. Referieren wirdProfessor Dr. h.c. Gerd Biegel und Eike Kuthe, M.A. Der Eintritt ist frei.

Zum Vortrag


Vor 35 Jahren gründete eine kleine Gruppe heimatbewußter Menschen den Kulturverein Wenden-Thune-Harxbüttel. Im Rückblick wird deutlich, daß aus einem scheinbaren »Experiment« eine erfolgreiche Vereinsgeschichte geworden ist und dies unter ganz besonderen Umständen. Noch zehn Jahre zuvor waren diese benachbarte selbständige Gemeinden, sogar unterschiedlichen Landkreisen zugehörig. Ihr Zusammenwachsen war allerdings keineswegs zufällig, sondern lokales Ergebnis einer heftigen Veränderungsbewegung in der Bundesrepublik Deutschland in den 1970er Jahren. Auch in Niedersachsen fand zwischen 1972 und 1978 dieser gewaltige kommunalpolitische Umbruch trotz heftiger Bürgerproteste statt. Unsere Region war vom sog. »Braunschweig/Wolfenbüttel/Helmstedt/Peine/Salzgitter-Gesetz« vom 11. Februar 1974 betroffen. Im Zentrum stand die Auflösung des ehemaligen Landkreises Braunschweig. In diesem Rahmen war vorgesehen, daß 22 Orte nach Braunschweig eingemeindet werden sollten. Davon betroffen waren auch Wenden und Thune aus dem ehemaligen Landkreis Braunschweig sowie Harxbüttel aus dem Landkreis Gifhorn. Diese wurden zu einer Ortschaft mit einem Ortsrat am nördlichen Stadtrand zusammengefaßt.

Aktuell befand sich der Industriestandort Braunschweig in einem grundlegenden Strukturwandel von Schwerindustrie zum Dienstleistungssektor und vor allem bestand Bedarf an Bauland für Wohnungen und Flächen für neue Gewerbeansiedlungen. Doch gerade dieser Hintergrund bedeutete zunächst Skepsis und Mißtrauen bei den betroffenen Gemeinden. Natürlich brachten die Veränderungen der kommunalen Verwaltungsstrukturen keinen Bruch in der Geschichte der drei Dörfer, aber doch einen Wandel vom selbständigen Dorf zu einer von vielen Stadtrandgemeinden der Großstadt. Ein notwendiger identitärer Findungsprozeß ist neben politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Faktoren ganz wesentlich beeinflußt von kulturellen Gegebenheiten. Kultur stiftet Identität und bietet Orientierung zur Gestaltung einer Bürgergemeinschaft. Daher bietet das 35jährige Jubiläum des Kulturvereins Wenden-Thune-Harxbüttel einen guten Anlaß entlang seiner inzwischen traditionsreichen Vereinsgeschichte die Frage zu stellen, ob und inwieweit der Wandel vom Dorf zum Stadtteil für Wenden-Thune-Harxbüttel gelungen ist, also die Frage nach einem kommunalen Integrationsprozeß.


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