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Doppelt negativ getestet und doch infiziert: Wie kann das sein?



Doppelt negativ getestet und doch infiziert: Wie kann das sein?

Eine Leserin schrieb an regionalHeute.de, dass sie in einem Testzentrum zweimal negativ getestet wurde und dann doch mit Sars-CoV-2 infiziert war. Aber wie kann es dazu kommen?

von Niklas Eppert


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: regionalHeute.de

Wolfenbüttel. Anfang dieser Woche wandte sich eine Leserin an regionalHeute.de, die am Coronatestzentrum im Schmidtterminal zwei negative Testergebnisse erhalten habe, obwohl zuvor zwei Schnelltests positiv ausgeschlagen hatten. Auch ein PCR-Test zeigte eine Infektion an. Das Schmidtterminal gibt an, dass ein Antigenschnelltest niemals eine absolute Sicherheit biete und dass es sich dabei um eine Ausnahme handele. Der Beauftragte für die Testinfrastruktur in Wolfenbüttel bestätigt dies.



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Sie habe am Schmidtterminal eine "richtige schei* Erfahrung" gemacht, schreibt die Leserin, die anonym bleiben möchte, in Ihrer E-Mail. Nachdem sie in der vergangenen Woche einen Risikokontakt gehabt habe, seien am Wochenende Covid-Symptome aufgetreten. Zwei Selbsttests seien daraufhin positiv ausgefallen. Am Schmidtterminal habe sie sich versichern wollen. Dort seien zwei weitere Tests daraufhin negativ ausgefallen. Ein weiterer Selbsttest dagegen war positiv. Als eine weitere Teststelle einen PCR-Test vornahm, fiel der auch positiv aus. Die Frau, deren Identität der Redaktion bekannt ist, begab sich daraufhin in Isolation.



Besonders sauer stieß ihr auf, dass sie mit den beiden negativen Ergebnissen auch nach 2G+-Regeln in jedes Restaurant gedurft hätte, auch mit zwei positiven Selbsttests. Immerhin hatte sie neben ihrem Booster noch ein offizielles negatives Zertifikat. Erst der PCR-Test habe das quasi überstimmt.

Schmidt spricht von einer Ausnahme


Die Tespunkt Wolfenbüttek UG, Betreiber des Testzentrum Wolfenbüttel im Busterminal des Reisebüro Schmidt, kann sich die beiden negativen Ergebnisse nur mit geringer Virenlast erklären. Sei die Virenlast nämlich im Frühstadium zu gering, könnte das Ergebnis falsch-negativ ausfallen, so Freya Schönrock. In dieser Phase seien ohnehin nur PCR-Tests wirklich zuverlässig. Negative Ergebnisse von Antigen-Schnelltests seien keine Garantie, nicht infiziert zu sein. Innerhalb kürzester Zeit könnte dann die Virenlast steigen und andere Ergebnisse hervorrufen.



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Dabei versuche Schmidt derartige Fälle so gut wie möglich auszuschließen. Die im Testzentrum verwendeten Schnelltests weisen laut Bundesinstitut für Arzneiprodukte und Medizinprodukte eine Gesamtsensitivität von 98,2 Prozent auf. Falsche Ergebnisse sind also äußerst unwahrscheinlich. Unmöglich sind sie aber nicht, auch wenn ein Facharzt vor Ort die richtige Anwendung der Tests kontrolliere. Auch Dirk Busch, der Beauftragte für die Testzentren im Landkreis Wolfenbüttel, sieht keinerlei Auffälligkeiten im Testzentrum im Schmidtterminal. Mit seinen Ergebnissen befände sich das Testzentrum im Durchschnitt.


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