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Wolfenbüttel: Marktstreik spaltet Öffentlichkeit



Drohender Marktstreik spaltet Öffentlichkeit

Die Marktbetreiber haben einen Boykott angekündigt. Das wird in der Öffentlichkeit ganz unterschiedlich aufgefasst.

von Anke Donner


Die Marktbeschicker wollen streiken.
Die Marktbeschicker wollen streiken. Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Die Marktbeschicker des Wolfenbütteler Wochenmarktes haben es satt. Sie sollen wegen des geplanten Streetfood Festivals vom Schlossplatz auf den Stadtmarkt umziehen. Doch dazu sind die Standbetreiber nicht bereit und kündigen einen Boykott an. Die Stände sollen am 4. September geschlossen bleiben. Das sorgt unter den Bürgern für Kontroverse.



Was die Einen für eine richtige und nachvollziehbare Reaktion halten, sehen die Anderen für vollkommen überzogen. Und so finden sich vor allem in den sozialen Netzwerken sehr unterschiedliche Auffassungen angesichts des geplanten Streiks. Einerseits verstehen die Menschen die Reaktion der Standbetreiber, andererseits wirft man ihnen tatsächlich eine gewisse Überreaktion vor. Man muss aber zugeben, dass die meisten Pro-Martbeschicker sind und das Verhalten der Standbetreiber nachvollziehen können. Dass es generell hier und da Kritik an dem Wochenmarkt auf dem Schlossplatz gibt und auch an dem "überteuerten Streetfood Festival" steht auf einem anderen Blatt.

"Finde ich sehr spannend, dass man von der Stadt, wo der Eine oder Andere bei so vielen Dingen extrem dünnhäutig reagiert, die Marktbeschicker als kindisch und trotzig bezeichnet."

- Ein Leser




"Das sind Probleme, meine Güte. Absoluter Kindermist. So nachdem Motto, wenn ich mit dem Spielzeug nicht spielen darf, bin ich sauer."

- Ein Leser




Was aber aus den meisten Posts hervorgeht: Das Unverständnis darüber, dass das Streetfood Festival nicht in den Straßen der Fußgängerzone stattfinden kann. Hierzu hatte die Stadt ja bereits geäußert, dass dies aufgrund des Platzmangels nicht möglich sei. Zudem könne man diesen Bereich schlechter kontrollieren. Denn Zugang zum Streetfood Festival sollen nur Geimpfte, Genesene und Getestete bekommen. Doch noch eine Frage beschäftigt die Facebook-Gemeinde und Standbetreiber gleichermaßen: Warum ist jetzt möglich, was vor eineinhalb Jahren nicht möglich war? Aufgrund der einzuhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen schien der Stadtmarkt für die Ausrichtung des Wochenmarktes zu eng.

"Wirklich ein lächerliches und egoistisches Verhalten, da muss ich der Stadt zustimmen. Zumal es nur für einmal ist."

- Ein Leser




"Die Stadt wird ja auch nur von der Art [...] regiert, die - egal was kommt - ihre scheiß, schmutzige Kohle bekommen! Würden sie selbst alle Tag für Tag dort stehen müssen, wäre der Streik völlig in Ordnung."

- Ein Leser



Stadtmarkt biete genug Platz


regionalHeute.de hat bei der Stadtverwaltung noch einmal nachgefragt, warum der Platz auf dem Stadtmarkt nun ausreichend ist. Dazu erklärt Stadtsprecher Thorsten Raedlein: "Der Wochenmarkt zieht in den warmen Monaten auf der einen Seite weniger Besucher und auch weniger Händler sind in den warmen Monaten vor Ort. Der Platzbedarf ist daher aktuell für den Wochenmarkt geringer und er kann daher auf dem Stadtmarkt auch unter Corona-Bedingungen aufgebaut werden. Dies haben die bisherigen Planungen auch bestätigt. Für das Streetfood-Festival wird aufgrund der zu erwartenden Besucher, aber auch aufgrund des höheren Platzbedarfs schlichtweg eine größere Fläche benötigt, die derzeit auf dem Stadtmarkt nicht zur Verfügung steht. Vielleicht auch noch ein Hinweis: Wochenmärkte müssen nicht eingezäunt werden nach aktueller Verordnung, Veranstaltungen aber schon. Dies ist auf dem Schlossplatz schlichtweg besser möglich umzusetzen."

In der Mitte des Stadtmarktes befindet sich derzeit das Corona-Testzelt. Das würde auch genau dort stehen bleiben, sollten die Marktbeschicker doch entscheiden, den Wochenmarkt in der Innenstadt abzuhalten. Allerdings, erklärt Raedlein, könnten die Stände des Wochenmarktes vor dem Gebäude des Standesamtes aufgestellt werden, was sonst nicht möglich war. "Daher ist der vorhandene Platz auch nicht geringer, wie behauptet", so Raedlein.


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