Dürfen Wölfe bald gejagt werden?

Eine Änderung des Jagdgesetzes soll die Jagd auf Wölfe ermöglichen. Im Fokus stehen dabei auch Wolfswelpen.

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Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Pixabay

Region. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Überarbeitung des Jagdgesetzes. Mit der Novellierung sollen Wölfe ins Jagdrecht aufgenommen und künftig gejagt werden. Was von Weidetierhaltern begrüßt werden dürfte, ruft bei Tierschützern Bedenken vor – denn die Neuerung würde nicht nur erwachsene Tiere betreffen, sondern auch Welpen.



Mit der Gesetzesänderung soll der Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufgenommen werden. Möglich wird dies durch eine EU-Richtlinie aus dem vergangenen Jahr, mit welcher der Schutzstatus der Tiere herabgesetzt worden war – sie gelten nun nicht mehr als streng geschützt. Zur Begründung heißt es in dem Entwurf, die Rückkehr des Wolfs in Deutschland und Europa sei ein Erfolg der Artenschutzpolitik – mit zunehmender Ausbreitung des Wolfs steige allerdings auch das Konfliktpotenzial in Bezug auf Bevölkerung sowie Weidetierhaltung. Auch in unserer Regierung haben Angriffe von Wölfen immer wieder für Aufsehen und Diskursionen gesorgt – regionalHeute.de berichtete.

Gemäß dem neuen Jagdgesetz soll die zuständige Behörde zunächst einen revierübergreifenden Managementplan aufstellen. Er soll darauf ausgerichtet sein, die Vereinbarkeit der Jagd mit der Aufrechterhaltung eines günstigen Erhaltungszustands zu gewährleisten.

Auch Welpen betroffen


Tritt das Gesetz in Kraft, wären auch Wolfswelpen von der Jagd betroffen. Diese soll nach den Plänen der Bundesregierung künftig jeweils vom 1. Juli bis zum 31. Oktober ausgeübt werden dürfen, sofern sich die Art in einem Gebiet in einem "günstigen Erhaltungszustand" befindet, also sie dort gut etabliert ist. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert dies scharf, denn Wolfsjunge werden üblicherweise Anfang Mai geboren. Während der Sommermonate werden sie noch von der Mutter gesäugt und von anderen Rudelmitgliedern mit Nahrung versorgt. Genau in dieser kritischen Zeit sollen nun künftig Abschüsse erfolgen.

Das ist in Niedersachsen geplant


Im kürzlich stattgefundenen niedersächsischen Dialogforum „Weidetierhaltung und Wolf“ wurden der Gesetzentwurf und die aktuellen Änderungsvorschläge des Umweltausschusses des Bundesrats intensiv vorgestellt, diskutiert und Fragen dazu gestellt, wie es von seiten der Landesregierung heißt. Niedersachsen habe zudem mehrere Anträge in den Bundesrat eingebracht, um die Umsetzung praktikabel, einfach und den jeweiligen Bundesländern angemessen zu machen.

Derzeit seien die Kriterien für die geplanten landesweiten Managementpläne noch nicht bekannt. Trotzdem werde Niedersachsen jetzt konkret die Umsetzung vorbereiten. Mit den Managementplänen und dem weiteren Gesetzgebungsprozess soll sich nun die AG „Wolfsmanagement“ des Dialogforums vertiefter befassen.