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eCall: Integrierte Regionalleitstelle ist Pilotleitstelle


Das Notruf-System e-call wird kommen. Die Die Integrierte Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel stellt eine von drei Pilotleitstellen in Deutschland. Foto: OECON Products & Services GmbH, Braunschweig
Das Notruf-System e-call wird kommen. Die Die Integrierte Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel stellt eine von drei Pilotleitstellen in Deutschland. Foto: OECON Products & Services GmbH, Braunschweig

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19.02.2018

Region. Ab April 2018 wird das europäisches Notrufsystem eCall verpflichtend für neue Automodelle. Die Integrierte Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel stellt eine von drei Pilotleitstellen in Deutschland, die technische Abnahme zum eCall-System hat am 13. Februar stattgefunden. Das teilte die Stadt Braunschweig am Montag mit.



Bei eCall handelt es sich um ein automatisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge, das helfen soll, die Zahl der Verkehrstoten in der EU wesentlich zu senken. Die EU-weite Einführung wurde von der EU-Kommission für 2018 beschlossen.

Das europaweite, kostenfreie Notrufsystem wählt im Falle eines Unfalls automatisch die Notrufnummer 112. Neben der Sprachverbindung zum Mitarbeiter der Rettungsleitstelle werden u. a. die Standortdaten samt Fahrtrichtung und Informationen zum Unfallfahrzeug übermittelt. Im regulären Fahrbetrieb findet hingegen kein Datenaustausch statt.

Bei schweren Verkehrsunfällen auf wenig frequentierten Straßen wird das System wertvolle Hilfe leisten. Der Verletzte erhält zukünftig auch Hilfe, falls kein Ersthelfer oder das Unfallopfer selbst die Leitstelle informiert.

Für die Mitarbeiter der Leitstelle entfallen zeitintensive Fragen zur genauen Bestimmung des Notfallortes zukünftig. Gerade für die Verkehrsknoten im Autobahnkreuz Südwest, dem Kreuz Nord oder dem Ölper Knoten wird dieses System sehr hilfreich sein, da auch ortskundigen Fahrern teilweise die Beschreibung des Standortes schwerfällt.

e-call sendet wichtige Informationen



Das System übermittelt wichtige Informationen. Foto: Anke Donner




Neben den Koordinaten zum Unfallort sind zudem wichtige Informationen zum Fahrzeug auswertbar. Bei modernen Fahrzeugen wird beispielsweise die Insassenzahl über Sensoren erfasst. Meldet das Fahrzeug einen automatischen Notruf, werden die Angaben zur Leitstelle übermittelt. Auch ohne Sprechverbindung zu den Unfallopfern können somit zielgerichtet die erforderlichen Rettungsmittel alarmiert werden. Ebenso erhält die Leitstelle Informationen zum Fahrzeugtyp und kann über ergänzende Systeme das erforderliche Fahrzeugdatenblatt für die Rettungsmaßnahmen einsehen bzw. den Einsatzkräften übermitteln.

Für Ersthelfer bei Verkehrsunfällen, also Personen ohne Unfallbeteiligung, ist dieses System ebenfalls hilfreich: Im jedem Fahrzeug befindet sich neben den automatischen Alarmsensoren eine manuelle Notruftaste. Bei der Betätigung werden die wertvollen Informationen ebenso übermittelt.

Investiert wurden 55.000 Euro für Hardware und 12.500 Euro für Schulungen in der Projektarbeit (ohne Personalkosten). Durch die Mitwirkung der Pilotleitstelle werden die Kosten über das sogenannte "I_HeERO-Projekt" der EU bis zu 50 Prozent refinanziert. Weitere Infos unter: https://iheero.eu/

Die abschließende Integration und Implementierung in die neue Hard- sowie Software der neuen Leitstelle erfolgt bei der Inbetriebnahme des Führungs- und Lagezentrums (FLZ). Bis zu diesem Zeitpunkt wird eCall als eigenständiges System betrieben. Die technischen Voraussetzungen wurden jedoch schon in den letzten zwei Jahren geschaffen. Weiterhin wurde das Personal der Leitstelle geschult.

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