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Ein Klassiker geht - Stadt will 20 Telefonzellen abbauen

von Anke Donner


20 Telefonzellen in der Stadt Goslar sollen abgebaut werden, weil sie niemand benutzt. Fotos: Archiv
20 Telefonzellen in der Stadt Goslar sollen abgebaut werden, weil sie niemand benutzt. Fotos: Archiv

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28.11.2016

Goslar. Laut einer Verwaltungsvorlage für den städtischen Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Lebensraum im Welterbe sollen 20 Telefonzellen aus dem Stadtgebiet verschwinden. Die Vorlage soll in der kommenden Woche vorgelegt werden.


Die Deutsche Telekom AG betreibt im Stadtgebiet Goslar 31 öffentliche Telefone und weitere sechs Telefone auf privaten Grundstücken. Eine Übereinkunft der Deutschen Telekom AG mit den kommunalen Spitzenverbänden und der Bundesnetzagentur gestattet dieser, die Kommunen um Zustimmung zum Abbau extrem unwirtschaftlicher Standorte mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Euro zu bitten. Die Verwaltung will der Deutschen Telekom nun den ersatzlosen Abbau der 20 unwirtschaftlichen Standorte gestatten. Die verbleibenden elf öffentlichen Telefone sollen weiter betrieben und gegebenenfalls modernisiert werden. Zurzeit werden fünf Telefone, die noch mit Münztelefon und Zelle ausgestattet sind, gegen moderne Telestationen getauscht.


Sogenannte Basisstationen treten an die Stelle der Zelle. Foto:


Neun Mal Nullnummer


Eine Übersicht der Deutschen Telekom AG für das Stadtgebiet Goslar weise neun öffentliche Telefone mit einem Jahresumsatz von 0 Euro aus. Diese sind mit sogenannten Basistelefonen ausgestattet, bestehend aus Hörer und Tastatur auf einem Pfosten ohne Wetterschutz. Weitere elf generieren eine Jahresumsatz zwischen 2 Euro und seien noch mit analogen Münztelefonen ausgestattet, die spätestens bis Ende 2017 gegen IP-fähige Endgeräte ausgetauscht werden müssten. Aufgrund der Umsätze erfolgt der Ersatz gemäß der genannten Übereinkunft durch Basistelefone. Erfahrungsgemäß seien die zu erwartenden Umsätze dann weiter rückläufig. Ein allgemeiner Bedarf sei aufgrund der Umsätze nicht erkennbar, der Erhalt der Standorte für die Deutsche Telekom aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vertretbar. Die Basistelefone seien für den Nutzer nicht attraktiv, sondern stellen nur eine auf das technische Minimum reduzierte Grundversorgung dar.

Die Notruffunktion der öffentlichen Telefone ist nicht als Grund für die Ablehnung eines Abbaus geeignet, da diese nicht deren primäre Funktion darstellt und nach Erhebungen zum Beispiel der Polizeidirektion Hannover heutzutage Notrufe überwiegend von Mobiltelefonen aus abgesetzt werden. Die Polizeidirektion Hannover hat daher bis Ende 2014 sämtliche Notruftelefone und -säulen in ihrem Zuständigkeitsbereich abbauen lassen. Die Deutsche Telekom ist zum Wiederaufbau verpflichtet, sollte sich für einzelne Standorte künftig eine geänderte Sachlage ergeben. Der Wiederaufbau erfolgt dann mittels Basistelefon.


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