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Ein Nordire in Bornhausen - Vom Berufssoldaten zum Tagesvater



Goslar

Ein Nordire in Bornhausen - Vom Berufssoldaten zum Tagesvater


Trevor McCallin ist einer von nur acht Tagesvätern im Landkreis Goslar. Foto: Landkreis Goslar
Trevor McCallin ist einer von nur acht Tagesvätern im Landkreis Goslar. Foto: Landkreis Goslar

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Bornhausen. Trevor McCallin ist Nordire, 53 Jahre alt, hat eine Statur wie ein Bär, diente lange Jahre in den Streitkräften des Vereinigten Königreichs, war Geschäftsführer eines kleinen Mittelständlers und arbeitet seit vier Jahren nur noch zu Hause in seinem Eigenheim im beschaulichen Bornhausen.



„Eine Entscheidung, die ich bisher keinen einzigen Tag bereut habe“, sagt Trevor McCallin in seinem englischen Dialekt, der alles irgendwie gelassen und entspannt klingen lässt. Der 53-Jährige ist einer von insgesamt nur acht Tagesvätern im Landkreis Goslar und betreut von montags bis freitags fünf Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren. Wer Trevor McCallin auf der Straße begegnet, würde zunächst nicht ahnen, dass dieser großgewachsene Mann sein Geld mit der Betreuung von Kleinkindern verdient, wer ihn jedoch in seinem Haus während der Arbeit besucht, der spürt schnell, dass hier jemand in seinem Element ist.

„Windeln wechseln ist zwar immer noch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber auch daran gewöhnt man sich“, erzählt der ehemalige Soldat, der selbst Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern ist. Warum er Tagesvater geworden ist, hängt ganz stark mit seiner Frau zusammen, die bereits seit 2009 der Tätigkeit als Tagesmutter nachgeht. „Meine Frau hat mich gefragt, ob ich sie als Springer, also als Aushilfe, unterstützen kann. Daraufhin habe ich mich für den Qualifizierungskurs beim Landkreis eingetragen und dann – nach Absolvierung des Kurses - ging auf einmal alles ganz schnell.“ Denn aus dem Aushilfsdasein wurde im Handumdrehen eine Vollzeitstelle, da die Nachfrage nach Betreuungsplätzen enorm groß ist.

McCallin spricht mit den Kindern auch Englisch


„Wir haben derart viele Anfragen, dass wir auch schon mal Kinder ablehnen müssen“, so der gebürtige Nordire, „aber eine volle Auslastung ist sehr gut, da dies sich natürlich auch finanziell auszahlt.“ In seinen alten Job als Geschäftsführer will Trevor McCallin in keinem Fall wieder zurück. „Zu Hause arbeiten ist absolut spitze und auch die Anmeldesituation für die kommenden Jahre ist vielversprechend, so dass wir uns keine Sorgen über den Fortgang unserer Arbeit machen müssen. Und auf den Stress meines bisherigen Berufslebens kann ich gerne verzichten“, blickt der Tagesvater optimistisch in die Zukunft.

Insgesamt werden im Hause McCallin zehn Kinder betreut. Während seine Frau Sonja die obere Etage des Einfamilienhauses nutzt, tummelt sich die fünfköpfige Rasselbande von Trevor McCallin im Erdgeschoss. „Für die Kinder ist es hier wie in einem zweiten zu Hause und es macht einfach großen Spaß die Kleinen bei ihrer Entwicklung zu begleiten und zu beobachten“, so der Bornhäuser Tagesvater. Seine nordirische Herkunft spielt übrigens auch in die Betreuung der Kinder hinein, denn immer wenn es die Zeit und Umstände erlauben, wird Englisch gesprochen. „Das macht den Kindern richtig Spaß und wird von ihnen auch regelrecht eingefordert“, so Trevor McCallin.

Das Tagesvaterdasein ist sinnstiftend


Großes Lob hat der 53-Jährige auch für die Mitarbeiter des Familien- und Kinderservicebüros des Landkreises Goslar übrig: „Die Unterstützung ist wirklich beispielhaft, denn bei allen Fragen rund um unsere Arbeit erhalten meine Frau und ich immer wieder wertvolle Tipps. Zudem bietet auch das umfassende Fortbildungsprogramm immer wieder neue Anreize.“ Der Landkreis Goslar ist stetig auf der Suche nach Tagesmüttern und natürlich auch Tagesvätern. Laut Trevor McCallin eine Tätigkeit, die nicht nur den Lebensunterhalt finanziert, sondern zugleich auch besonders sinnstiftend ist und eine hohe Flexibilität ermöglicht: „Neben unseren eigenen Kindern, die inzwischen alle aus dem Haus sind, leben bei meiner Frau und mir zwei Pflegekinder. Und es ist natürlich ein großer Vorteil, dass wir beide zu Hause sind, wenn die Kids mittags aus der Schule kommen.“

Wer Interesse an der selbstständigen Tätigkeit als qualifizierte(r) Tagesmutter oder Tagesvater hat, kann sich im Familien- und Kinderservicebüro unter der Rufnummer (05321) 76 456 von Frau Heidrun Herda oder per Email: h.herda@landkreis-goslar.de beraten lassen. Der nächste Qualifizierungskurs zur Tagespflegeperson startet am 22. August in Goslar. Es gibt noch freie Plätze! Der Unterricht findet drei bis fünf Mal pro Woche vormittags in der Zeit von 8.30 bis 11.45 Uhr statt. Der Kurs endet am 24. Januar 2018.


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