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Eine Extra-Sekunde zum neuen Jahr

von Anke Donner


Zum Jahreswechsel gibt es eine Sekunde mehr. Symbolfoto: pixabay (Public Domain)
Zum Jahreswechsel gibt es eine Sekunde mehr. Symbolfoto: pixabay (Public Domain) Foto: pixabay (Public Domain)

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31.12.2016

Braunschweig. Wer wünscht sich nicht mehr Zeit? Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig "schenkt" uns diese Extra-Zeit. Wenn auch nur ganz wenig. In der ersten Stunde des neuen Jahres 2017 fügt die PTB eine Schaltsekunde in ihre Zeitsignale ein.


Nur eineinhalb Jahre nach der letzten Schaltsekunde ist es wieder soweit: In der Nacht zum 1. Januar 2017 wird es eine Extra-Sekunde geben. Diese wird in die koordinierte Weltzeit UTC und unsere gesetzliche Zeit eingefügt. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt folgt der Vorgabe des Internationalen Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris und fügt die Schaltsekunde in die Signale ihrer Zeitdienste ein: in die DCF77-Zeitaussendung für Funkuhren, den Telefonzeitdienst und den Internetzeitdienst über NTP. Nötig ist diese Maßnahme, weil die Atomuhren gleichmäßiger „ticken“, als sich die Erde dreht.

Die geschenkte Zeit ist für den normalen Alltag nicht wirklich relevant. Anders ist das in der Astronomie oder bei der Satellitennavigation, wo die Ausrichtung der Erde im Raum in Abhängigkeit von der Atomzeit bekannt sein muss. Aus anderen Bereichen ist es dokumentiert, dass die Einfügung der Schaltsekunde auch Probleme bereitet hat: in Betriebssystemen von Computern und speziell bei der Erzeugung von eindeutigen Zeitstempeln in Netzwerken. Wollte man die Wahrscheinlichkeit für solche Fehler verringern, so fordern Kritiker, müsse die Schaltsekunde eigentlich abgeschafft werden. Seit Jahren wird nun schon das Für und Wider von Schaltsekunden diskutiert. Das Jahr 2017 beginnt jedenfalls mit einer zusätzlichen Sekunde – zum Feiern oder zum Fassen guter Vorsätze.


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